14 Millionen Euro für die Sanierung

Justizzentrum bekommt im Sommer Original-Fassade

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Neues Aussehen: Das ehemalige Finanzamt an der Goethestraße im Vorderen Westen leuchtet noch in kräftigen Farben. Es ist aber schon zu sehen, wie dezent die Fassade später einmal aussehen wird. Hinter der Plane links wird gearbeitet.

Vorderer Westen. Ein monumentales Gebäude verschwindet hinter einer großen, weißen Plane: Was zurzeit an die spektakuläre Verhüllung des Berliner Reichstags durch den Künstler Christo im Jahr 1995 erinnert, hat in Kassel profane und ganz praktische Gründe.

Das ehemalige Finanzamt an der Goethestraße wird zum Justizzentrum umgebaut.  „Für die neue Nutzung wird es Umbauten im Gebäude geben, bei denen man auf die im großen Stil erhaltenswerte Bausubstanz eingeht“, sagt Ate Plies vom Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH). Neben der Fassadensanierung sei geplant, das Dach neu zu decken, die komplette Elektro-, Wasser-, Abwasser-, Lüftungs- und Heizungsinstallation zu erneuern sowie neue Fenster einzubauen. „Da die Fassade saniert wird und diese an einen öffentlichen Bereich angrenzt, ist es zwingend erforderlich, eine Plane zum Schutz der Passanten und der Stellplätze anzubringen“, erklärt Plies die halbseitige Verpackung.

Leuchtende Farben

Da die Plane noch nicht das gesamte Gebäude verhüllt, ist gut zu erkennen, welche Arbeiten zurzeit anstehen: Der Farbanstrich der Fassade, der noch aus den 1970er-Jahre stammt, leuchtet noch in kräftigem Rostrot und Ockergelb. Er soll jetzt einer dezenteren Farbgebung weichen, die dem ursprünglichen Ton nahekommt.

Verändert: Kräftig (rechts) war vorher. Im ursprünglichen naturfarbenen Steinton (links) soll das Gebäude später einmal glänzen.

Restaurator Piotr Slupczynski hatte im Vorfeld Untersuchungen angestellt, um der Originalfarbe des Gebäudes, das im Jahr 1911 für die Oberzolldirektion errichtet wurde, auf die Spur zu kommen. Ursprünglich war das Gebäude mit einem Kalkputz versehen, so der Restaurator. Dieser sei in den 70er-Jahren abgeschlagen und durch einen Kalkzementputz ersetzt worden. Das Gebäude habe dann ein neubarockes Farbkonzept mit kräftigen Tönen bekommen.

Verblüffender Effekt

Die Putzflächen sollen demnächst einen natürlichen Sandfarbton erhalten. An einigen sichtbaren Stellen gibt es schon den verblüffenden Vorher-nachher-Effekt. Im Sommer wird der Fassadenanstrich in Angriff genommen. Er ist nur ein Teil der gesamten Sanierung des Gebäudekomplexes. Im früheren Finanzamt soll nämlich ein weiteres Justizzentrum für Kassel entstehen: Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH), das Verwaltungsgericht und das Sozialgericht sollen in dem wilhelminischen Bau untergebracht werden.

Im Januar war mit der Sanierung des Gebäudes, das eine Fläche von 4500 Quadratmetern umfasst, begonnen worden. Ziel ist, dass die 162 Mitarbeiter der drei Gerichte im Frühsommer 2017 ihre Arbeit an dem Standort im Vorderen Westen aufnehmen können. Für die gesamte Sanierung sind 14 Millionen Euro veranschlagt.

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