Nächstes Jahr wird auf dem Martini-Gelände im Vorderen Westen gebaut

So kann es mal aussehen: Matthias Foitzik (links) und Michael Linker präsentieren ihr Modell vom künftigen Martini-Quartier an der Kölnischen Straße im Vorderen Westen. Foto: Hein

Kassel. Der bevölkerungsstärkste Stadtteil Kassels, der Vordere Westen, bekommt weiter Zuwachs. Vor allem bekommt er Platz.

Nachdem vor zehn Jahren auf dem ehemaligen Gelände der Bereitschaftspolizei zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Kölnische Straße die Samuel-Beckett-Wohnanlage entstanden ist, soll jetzt auf dem Grundstück der Martini-Brauerei ein weiteres attraktives Quartier für Wohnbebauung erschlossen werden.

Wenn es nach den Plänen der Projektentwickler Matthias Foitzik und Michael Linker geht, sollen auf dem 15.000 Quadratmeter (zwei Fußballfelder) großen Areal zwischen Emmerich-, Uhland-, Hardenberg- und Kölnischer Straße schon in einem Jahr die Bagger anrollen. Die beiden Kasseler Architekten haben für die Erschließung des Martini-Quartiers die MQ-Projektentwicklungsgesellschaft gegründet und sich das Areal mit einem Kaufvorvertrag gesichert. In dem attraktiven Quartier werden 170 Wohnungen, Büros, Praxen und Geschäften entstehen. Eine öffentliche Straße führt von der Kölnischen Straße bis zur Emmerichstraße durch das Quartier.

Ganz bewusst werde das Brauerei-Gelände nicht an einen Großinvestor veräußert, sondern - in zehn Einheiten aufgeteilt - an unterschiedliche Bauherren verkauft, sagt Matthias Foitzik. Auf dieses Weise sollen möglichst unterschiedliche Gebäude und Nutzungen, Eigentum und Mietwohnungen sowie soziale Vielfalt entstehen. Angestrebt sei eine große Nutzungsmischung.

In den Erdgeschossen sollen kleine Geschäfte und Räume für Gewerbe, Büros und Praxen entstehen. Außerdem werde in den Sockeln der Gebäude Parkraum geschaffen. Insgesamt rechnen die Projektentwickler damit, dass auf dem Martini-Gelände für 30 Millionen Euro investiert wird, Grundstückspreise nicht eingerechnet.

„Unser Job ist es, die Rahmenbedingungen zu schaffen“, sagt Foitzik. „Es soll ein gemischtes urbanes Quartier für Wohnen und Arbeiten entstehen.“ Dabei verfolge man mit dem Gründergedanken, dass jeder Bauherr von Anfang an das Projekt mitgestalten kann und soll, so Michael Linker: Es gehe nicht darum, fertige Wohnungen zu präsentieren. „Die Gemeinschaftsidee trägt zur Identifikation mit dem Quartier bei.“ Im vergangenen Vierteljahr habe man bereits einige interessierten Akteure gewinnen können.

Zweidrittel der bestehenden Brauereigebäude werden ab Frühjahr abgebrochen. Einige Bauwerke wie das zentral gelegene Sudhaus bleiben bestehen. Die neue Bebauung werde sich an den Rändern des Martini-Areals in der Höhe an der umliegenden Bebauung orientieren. Zurzeit wird der Bebauungsplan erstellt. „Wir gehen davon aus, dass wir im Frühjahr Baurecht haben“, sagt Foitzik.

Kontakt: foitzik@foundation-kassel.de

m.linker@architekturundstaedtebau.de

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