Ein Einhorn sucht neues Zuhause

Mehrere tausend Menschen beim Kindersachenflohmarkt in der Goetheanlage

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Verkaufte Spielzeug ihrer Kinder: Katharina Passolt.

Vorderer Westen. „Wollen Sie wirklich wissen, seit wann ich hier stehe?“ fragt Rusina Gümüs. „Seit 5 Uhr. Und ich war zu spät.“ Zu Besuch auf dem Kindersachenflohmarkt in Kassel.

Gümüs gehörte am Samstag zu den zahlreichen Eltern, die die gebrauchten Kleidungsstücke und ausgemusterten Spielsachen ihrer Kinder beim Flohmarkt in der Goetheanlage verkauften.

Eigentlich soll der Kinderflomarkt, der seit Jahren vom SPD-Ortsverein Vorderer Westen veranstaltet wird, erst um 9 Uhr starten. Manche Eltern hätten in der Grünanlage sogar übernachtet, um einen guten Standplatz zu ergattern, erzählt Rusina Gümüs. „Um 5 Uhr war hier schon die Hölle los.“ Die Standplätze sind kostenlos, allerdings sind nur nicht-kommerzielle Stände zugelassen.

Die ersten Kunden seien an ihrem Stand um 6.30 Uhr gewesen, erzählt Katharina Passolt aus Kassel. Die Geschäfte liefen gut. Die Mutter zweier Kinder hatte am Vormittag bereits mehrere Hochstühle, einen Schaukel-Elch von Ikea und viel Kleidung verkauft. Zu günstigen Preisen: eine Jeans für zwei Euro, ein Oberteil für einen Euro und einen Skianzug für sieben Euro. „Ich bin froh, wenn die Sachen wegkommen“, sagt Passolt. Sie freue sich auch, wenn sie mit den günstigen Preisen anderen eine Freude machen könne. Als ein Mädchen unbedingt zwei Paar Schuhe von seinem Vater an ihrem Stand gekauft haben wollte, gibt Passolt einen Rabatt.

Richtig glücklich ist die zwölfjährige Jamie, die mit Mutter Heidi und Vater Claus Mahlmann von Stand zu Stand zieht. Sie hat richtig Beute gemacht: Zwei Wale von Schleich für zwölf Euro. Im Geschäft hätten die über 30 Euro gekostet, sagt ihre Mutter. Und die Handpuppe Jule für 22,50 Euro. Die koste im Laden gar 79 Euro. Jules Zustand sei tipptopp. Das Mädchen, dem sie vorher gehörte, habe Angst vor der Puppe gehabt und deshalb nicht damit gespielt, sagt Heidi Mahlmann. Jamie hat keine Angst vor Jule. Ganz im Gegenteil.

Viele Mädchen sind auch scharf auf das Einhorn, das die achtjährige Eliza anbietet. Vor eineinhalb Jahren hat das Mädchen das Fabelwesen mit dem rosa Horn zu Weihnachten bekommen, aber mittlerweile keinen Gefallen mehr daran. Für 65 Euro bietet Eliza das Plüschtier an.

Dieser Preis ist vielen aber noch zu hoch. Bis um 11.30 Uhr hat das Einhorn noch keine neue Besitzerin gefunden. „Wir lassen aber auch noch mit uns handeln“, sagt Elizas Vater, Martin Benderoth.

Handeln gehört schließlich zum Flohmarkt wie Eis zum Sommer.

Weitere Eindrücke von dem Flohmarkt gibt es auf Kassel Live.

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