Dennoch kein Zweifel an Unfall

Nach tödlichem Sturz von Dachterrasse: Geländer offenbar bewusst überwunden

Vom Vorsprung gestürzt: Der 18-Jährige war in der Nacht zu Fronleichnam vom Dach des Hauses an der Reginastraße gefallen. Archivfoto: Schachtschneider

Kassel. Der 18-Jährige, der vor etwa einer Woche im Kasseler Vorderen Westen von einer Dachterrasse gestürzt und gestorben ist, soll das Geländer zwar bewusst überwunden haben. Dennoch geht die Polizei von einem Unfall aus.

Die Bestürzung über den Tod eines 18-Jährigen aus Kassel ist eine Woche nach dem Unglück in der Reginastraße weiterhin groß. Wie berichtet, war der junge Mann nach einer privaten Feier von der Dachterrasse des vierstöckigen Hauses gestürzt. Die Polizei geht von einem Unfall aus.

Inzwischen sind alle zwölf Jugendlichen, die bei der Party in der Dachgeschosswohnung waren, befragt und die Spuren an der Unglücksstelle ausgewertet worden. Demnach war der 18-Jährige gegen Ende des Fests allein auf dem Dach gewesen. Über das Geländer muss er dann bewusst auf den etwa ein Meter breiten Vorsprung dahinter geklettert sein. Die Brüstung reiche bis zum Bauch, darüber könne man nicht stürzen, so Polizeisprecher Torsten Werner.

Ob der junge Mann bereits beim Überwinden des Geländers gestürzt sei oder bei einem Fehltritt auf dem Kiesbett ausrutschte, sei unklar. Die Spurenlage spreche aber für einen Unfall, so der Polizeisprecher. „Wir haben keinerlei Hinweise, dass jemand mit auf dem Dach war und ihn geschubst haben könnte.“ Auch deute nichts darauf hin, dass er bewusst gesprungen sein könnte. Auch ein Kontrollverlust durch Alkohol scheide aus. Die jungen Leute und auch der Verunglückte hatten nur in Maßen Alkohol getrunken.

Fußball-Gedenkspiel

13 Freunde hatten am Mittwochabend vor Fronleichnam friedlich zusammen in der Dachgeschosswohnung gefeiert – überwiegend Klassenkameraden der beiden jungen Gastgeber. Die Eltern waren nicht da. Der 18-Jährige, der die Friedrich-List-Schule besuchte, war von einem Freund mitgebracht worden. Um kurz vor 2 Uhr, als das Fest sich auflöste, passierte das Unglück.

Freunde des Opfers haben vor dem Haus Kerzen und Blumen aufgestellt. Auch in der Kasseler Sportlandschaft wird der 18-Jährige fehlen: Er war Mitglied der A-Jugend des Kasseler SV 1951.

Ein Fußballspiel am Wochenende traten seine Mannschaftskollegen in seinem Gedenken an. Bei dem Spiel am Samstag in Simmershausen gingen die Teams des Kasseler SV und der JSG Fuldatal mit Trauerbinde auf den Platz. Vor dem Anpfiff legten sie eine Schweigeminute ein. (rud)

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