Eine Allee wächst heran

Friedrich-Ebert-Straße: Was gut geworden ist und was nicht

Endspurt: Im Laufe des Tages wurden gestern noch die meisten der rot-weißen Barrieren auf der Friedrich-Ebert-Straße abgebaut. Foto: Schachtschneider (8), Archiv (2)

Kassel. Noch sind die letzten Bauarbeiter zu Gange, aber schon jetzt zeigen sich die Vorzüge der im Abschnitt zwischen Annastraße und Ständeplatz erneuerten Friedrich-Ebert-Straße.

Ihre volle Wirkung wird der zur Allee verwandelte Boulevard aber erst entfalten, wenn die neu gepflanzten Bäume noch etwas gewachsen sind und im Frühjahr ihr volles Grün tragen. Wir stellen einige der Vor- und Nachteile der neuen Friedrich-Ebert-Straße vor.

Was gut ist

• Die Bürgersteige sind wesentlich breiter als vorher. So bieten sich auch für die Gastronomie ganz neue Möglichkeiten, um draußen Tische und Stühle aufzustellen. Neben dem Hochhaus an der Ecke Friedrich-Ebert-Straße/ Karthäuserstraße ist ein neuer kleiner Platz entstanden, der ebenfalls von einem Bäcker als Außenfläche genutzt werden kann.

• Es wurde zwischen Fahrbahn und Bürgersteig ein Radfahrstreifen geschaffen. Dieser bietet Radfahrern mehr Sicherheit im Verkehr, die vorher auf der Straße fuhren.

• 77 Bäume wurden im Abschnitt zwischen Ständeplatz und Einmündung Goethestraße gepflanzt. So wirkt die Straße wesentlich einladender.

• Die Haltestellen der Straßenbahn wurden erneuert.

• Durch die neue Beleuchtung sind auch die Bürgersteige abends wesentlich besser ausgeleuchtet.

Was nicht so gut ist

• Der Radfahrstreifen führt direkt über die Haltestellenbereiche. Wenn Radfahrer oder wartende Fahrgäste unaufmerksam sind, könnte es im Bereich der Haltestellen zu Unfällen kommen. Vor allem beim Einsteigen und beim Aussteigen aus der Straßenbahn besteht die Gefahr von Kollisionen.

• Zwischen Fahrbahn und Parkstreifen verläuft der durch eine durchgezogene Linie abgetrennte Radfahrstreifen. Dies ist ein Gefahrenpunkt. Denn wenn Autofahrer einen der Parkplätze auf dem Parkstreifen ansteuern, müssen sie rechtzeitig Blinken und den rückwärtigen Radverkehr im Auge haben. Dass beides immer gewährleistet ist, ist zu bezweifeln.

• Autos und Straßenbahnen teilen sich eine Fahrspur. So müssen Autofahrer an Haltestellen hinter Bahnen warten.

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Das sagen die Anlieger:

Frank Grau, Tegut: „Ich freue mich, dass jetzt endlich das Ende in Sicht ist. Hoffentlich kommt nun auch mehr Kundschaft. Das Ergebnis des Umbaus finde ich schön. “

Bonnie Paulic, Podologische Praxis: „Gott sei Dank hat die Baustelle jetzt ein Ende. Vor allem Kunden mit Rollator hatten ihre Probleme.“

Peter Berger, Nudel-Nudel: „Wir haben viele Stammgäste und die Bauzeit gut überstanden. Wir waren in Vorfreude auf das, was kommt.“

Stefan Vogt, Buchhandlung Vogt: „Drei Jahre Umbau waren hammerhart. Es gab viel Dreck und der Umsatz war schlecht. Ich hoffe, dass der Boulevard angenommen wird und bin froh, dass man wieder durchatmen kann.

Peter Dannenberg, Ars Vivendi Licht + mehr: „Wir sind sehr froh, dass Lärm, Dreck und Einschränkungen ein Ende haben. Das Ergebnis ist gut geworden. Die Bäume sorgen für einen ganz anderen Eindruck der Straße.“

Haci und Filiz Tekbas, Hasgold: „Es waren schwere Jahre, viele Kunden blieben weg und einige Geschäfte mussten schließen. Vor allem die Parkplatzprobleme spielten eine Rolle. Zum Glück ist jetzt Schluss mit der Baustelle.“

Christian Schnittker, Ortsvorsteher des Stadtteils Mitte: „Es ist eine deutliche Verbesserung an Lebensqualität auf dieser Straße zu beobachten. Die Bäume sind ein Gewinn und zudem gibt es 30 Parkplätze mehr als vorher.“

Steffen Müller, Ortsvorsteher Vorderer Westen: „Wir sind als Ortsbeirat mehr als zufrieden mit der Gestaltung. Alle Verkehrsteilnehmer, egal ob mit Auto, Fahrrad, Bahn oder zu Fuß, werden nun gleichberechtigt behandelt.“

Brigitte Rasch, Betti Baguetti:  „Wir freuen uns über die neue Straße – vor allem, weil nun die Arbeiten ein Ende haben. Wir haben den Kundenrückgang gemerkt.“

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