Schäden an Fassade werden beseitigt

Nach 100 Jahren: Sanierungskur für Kasseler Stadthalle

Neue Verkleidung für die Säulenpostamente: Sebastian Orth (links) und Luis Hügues von der Firma Gerloff bei der Arbeit an der südlichen Fassade der Kasseler Stadthalle. Foto: Fischer

Kassel. Nach über 100 Jahren bekommt die neoklassizistische Sandsteinfassade der Kasseler Stadthalle eine Verjüngungskur: Frost und Tausalz haben den Platten stark zugesetzt.

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Deshalb sind seit November Sanierungsarbeiten im unteren Bereich des Portikus mit seinen acht Säulen im Gange. Die beiden Stützmauern, die den Stadthallenvorplatz einrahmen, wurden bereits abgerissen und von Grund auf erneuert. „Das war zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit erforderlich“. erläuterte Peter Ley, Geschäftsführer der Tagungszentrum Stadthalle Kassel GmbH (TSK), die für das Gebäudemanagement des Kongress-Palais verantwortlich ist. Die neuen Mauern haben unter der Sandsteinplattenverkleidung einen Betonkern.

Die Kosten der aktuellen Sanierungsarbeiten belaufen sich auf rund 165.000 Euro. Ursprünglich sei geplant gewesen, in diesem Jahr nur die Flügelmauern zu erneuern. Aus Effizienzgründen sei der Auftragsumfang erweitert worden, sagte Ley.

Auch die beiden unteren Sandsteinreihen der Südfassade sowie die acht Säulenpostamente des Portikus werden neu mit Sandsteinplatten verkleidet. Mitarbeiter der Kasseler Firma Friedrich Gerloff Naturstein GmbH haben die verwitterten und defekten alten Platten bereits entfernt.

Ortstermin: Oliver Höppner (von links) und Angelika Hüppe von Kassel Marketing sowie Peter Ley von der Tagungszentrum Stadthalle Kassel GmbH begutachten die Sanierungsarbeiten. Foto: TSK/nh

Allein für den Austausch der beiden unteren Steinreihen der Südfassade werden rund 180 Quadratmeter schlesischer Sandstein verbaut, das sind etwa 750 Platten. Jede Platte wird von Hand gefertigt und ist ein Unikat. Die Dicke der Platten variiert zwischen fünf und 20 Zentimetern.

Nach Angaben der TSK, die bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG angesiedelt ist, werden die relativ ruhigen Wochen bis zum Jahresende genutzt, damit möglichst wenige Veranstaltungen im Kongress-Palais durch die Arbeiten gestört werden. Vorausgegangen seien intensive Schadensuntersuchungen und Prüfungen, an denen auch das Landesdenkmalamt beteiligt gewesen sei.

Noch bis ins nächste Jahr hinein werden sich die Arbeiten an der Südfassade hinziehen. Dann sei der Haupteingangsbereich des Kongress-Palais „wieder repräsentativ und ansprechend“, sagte TSK-Geschäftsführer Ley. Nach seinen Angaben ist für 2017 die Sanierung des Stadthallendaches geplant. In diesem Zuge werde dann auch die restliche Sandsteinfassade saniert.

Immerhin über 100 Jahre hat die alte Plattenverkleidung ihren Dienst getan. Nach einem Entwurf der Architekten Ernst Rothe und Max Hummel war der Stadthallen-Prachtbau in den Jahren 1911 bis 1914 errichtet und zur Tausendjahrfeier der Stadt Kassel im September 1913 erstmals genutzt worden. Während des Zweiten Weltkriegs war die Stadthalle von größeren Schäden verschont geblieben.

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