Neuheiten und Trends rund ums Fahrrad – Nachfrage nach Elektro-Räder weiter hoch

Bike Expo in Kassel: Transporträder stark im Kommen

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Ein Mädchentraum: ein Fat Bik in pink. Unser Foto zeigt das ausgefallene Zweirad mit Aaliyah. 

Kassel. Jeweils Anfang/Mitte im Februar, wenn die meisten den Frühling herbeisehnen, bietet die Bike Expo – die größte Fahrradmesse in der Region – einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Saison. So auch am Sonntag, als gut Tausende Menschen in die Stadthalle strömten.

Sie wollten sehen, was sich Fahrradindustrie und -handel in den zurückliegenden Monaten so alles haben einfallen lassen, um die große Begeisterung fürs Zweirad hochzuhalten.

Dieses Mal kamen noch mehr Besucher als sonst, obwohl erstmals drei Euro Eintritt je Person erhoben wurden. Der Grund: Diese Bike Expo ist die 20. Veranstaltung dieser Art, und das wollten die Macher – die Fahrradhändler aus der Region – in einem größeren und feierlicheren Rahmen begehen.

Von Anfang an dabei: Helmut Mauer, Chef des gleichnamigen „Baikschopps“ in Bettenhausen, einer der Väter der einstigen Hausmesse, die sich von kleinsten Anfängen zu einem veritablen Ereignis rund um das Thema Radfahren gemausert hat.

Er und seine Kollegen zeigten Neuheiten und Trends und standen den Besuchern Rede und Antwort. Sei Jahren mit zunehmender Beliebtheit im Trend: Elektroräder, die mittels besserer Technik und leistungsfähigerer Batterien immer zuverlässiger werden und keineswegs nur von älteren Menschen gekauft werden. Ihr Marktanteil liegt mittlerweile bei zwölf Prozent – Tendenz steigend. Immer beliebter werden so genannte Fat Bikes, geländegängige Räder mit immer breiteren Stollenreifen. Die dicksten messen mittlerweile zwölf Zentimeter. Sie wühlen sich durch Schlamm, Sand und Schnee, können aber auch in der Stadt gefahren werden.

Ein neuer Trend sind aerodynamische, zum Teil sündhaft teure Rennmaschinen aus edelsten Materialien, die der Windkanal konstruiert hat und mit klassischen Rädern kaum noch Ähnlichkeit haben. Apropos teuer: Das wertvollste Rad der Messe zeigte Händler Tom Kretschmer: Das seinen Angaben zufolge erste und bislang einzige Elektro-Mountainbike, das nahezu vollständig aus Kohlefaser besteht. 15.000 Euro kostet das Gerät – so viel wie ein neuer Golf.

Ein ganz neuer Trend: Transporträder für die Stadt, mit denen sich mühelos der gesamte Wocheneinkauf erledigen lässt – schwere Getränkekisten inclusive dank großer Abstellflächen vor dem Sitz. Eine Antwort auf verstopfte Straßen und knappen Parkraum. Von der Stange wird im Fachhandel immer seltener gekauft. Viele Kunden lassen sich nach entsprechender Laser-Vermessung auf den eigenen Körper zugeschnittene Zweiräder bauen. Und wer eine individuelle Lackierung wünscht, bekommt sie auch.

Hintergrund: Branche boomt - 4,5 Mrd. Euro Umsatz

Die deutsche Fahrradbranche boomt und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Sie setzte nach Angaben des Branchenverbands ZIV 2014 mit mehr als 50.000 Beschäftigten rund 4,5 Milliarden Euro um, davon 2,16 Mrd. mit ganzen Fahrrädern – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von fast zehn Prozent auf 4,1 Millionen verkauften Zweirädern.

Davon waren 480.000 oder fast zwölf Prozent E-Bikes, deren Anteil am Absatz immer weiter zulegt. Im Schnitt gaben die Deutschen 2014 knapp 530 Euro für ein Fahrrad aus. Insgesamt sind bundesweit 7,2 Millionen Stück unterwegs.

Statistisch gesehen hat also fast jeder Bundesbürger ein Fahrrad. Zahlen für das Gesamtjahr 2015 liegen noch nicht vor. In den ersten sechs Monaten wurden 2,86 Mio. Fahrräder verkauft.

Bike Expo zeigt Neuheiten rund ums Rad

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