HNA-Leser schildern, wo die Sicht eingeschränkt ist

Gefährliche Ecken in Kassel: Vorsicht beim Einbiegen geboten

Achtung: An der Einmündung der Rückertstraße in die Eisenschmiede im Stadtteil Fasanenhof müssen die Autofahrer wachsam sein. Der fließende Verkehr auf der Eisenschmiede ist nicht gut einzusehen. Fotos: Ludwig

Kassel. Für das Parken vor und hinter Kreuzungen und Einmüdungen gelten klare Vorgaben: Laut Straßenverkehrsordnung müssen fünf Meter Abstand zur Kreuzung – genauer gesagt zu den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten – gehalten werden.

Dies soll garantieren, dass Autofahrer, die etwa von einer Seitenstraße auf eine Hauptstraße einbiegen wollen, die Hauptstraße weit genug einsehen können.

Bis in die Kreuzungen wird geparkt: Hier die Ecke Friedrich-Naumann-Straße/ Kunoldstraße.

Nach Hinweisen von HNA-Lesern haben wir problematische Stellen in Kassel angefahren. Dort war festzustellen, dass sich längst nicht alle Autofahrer an den Fünf-Meter-Abstand zu Kreuzungen halten, wenn sie ihren Wagen am Fahrbahnrand abstellen. Zudem erscheinen fünf Meter Abstand in vielen Fällen zu wenig. Das Abbiegen wird wegen der fehlenden Sicht dann zum riskanten Manöver.

Die Stadt hält fünf Meter für ausreichend. Dieses Maß gewährleiste in der Regel eine ausreichende Sicht auf den fließenden Verkehr, so ein Stadtsprecher. Natürlich seien auch die „gebotene Umsicht und Aufmerksamkeit“ des Autofahrers gefordert. Beim Bau der von der Stadt angelegten Parkstreifen und Parkplätze an Fahrbahnrändern seien die fünf Meter Abstand zu Kreuzungen und Einmündungen berücksichtigt. Für Grundstückszufahrten gelte diese Regelung aber nicht.

Diplom-Ingenieur Andreas Schmitz aus Kassel hält die fünf Meter für nicht ausreichend. Laut der „Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen“ von der Forschungsgesellschaft für Straßen und Verkehrswesen sollten Tempo-50-Straßen aus den einmündenden Straßen 70 Meter weit eingesehen werden können (siehe Grafik). Das Regelwerk gibt den Kommunen lediglich Empfehlungen für den Straßenbau nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik. Schmitz ist sich sicher, dass in Kassel solche Sichtweiten oft nicht gewährleistet werden.

Die Stadt indes argumentiert mit einer regelmäßigen Verkehrsschau von Stadt, Polizei und Regierungspräsidium. Seit drei Jahren seien dabei keine Unfallschwerpunkte (sogenannte Unfallpunkte) mehr ausfindig gemacht worden.

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