Härtejob für Zusteller

In der Vorweihnachtszeit mobilisiert die Post alle Reserven

Alter Hase: Markus Rink arbeitet schon fast 25 Jahre in der Zustellung. Momentan verstaut er täglich um die 200 Pakete in seinem Transporter, um sie in Kassel auszuliefern.

Kassel/Fuldabrück. Andere merken an den mit Lebkuchen und Christstollen gefüllten Supermarkt-Regalen, dass bald Weihnachten ist. Markus Rink merkt es vor allem an seinem Rücken und seinen strapazierten Bandscheiben.

„Die letzten sechs Wochen vor Weihnachten sind ein Hammer“, sagt der 45-jährige Paketzusteller der Deutschen Post (DHL). Unablässig rauschen kleine und große Pakete von der automatischen Sortieranlage in der „Mechanisierten Zustellbasis“ der Post im Güterverkehrszentrum die Rutsche herunter, bis zu 31,5 Kilo schwer. Rink verstaut sie zügig in seinem Kleintransporter, der an der Schleuse des Paketzentrums angedockt hat. 200 Pakete liefere er im Schnitt pro Tag aus, schätzt er.

Während die Post im Zeitalter von E-Mails und Twitter im Briefgeschäft schwächelt, brummt die Paketzustellung dank des Internethandels. „Ein Sommerloch wie früher gibt es praktisch nicht mehr“, sagt Standortleiter Daniel Bührmann. Und im Weihnachtsgeschäft peilt die Post immer neue Rekorde an. Auf einen Umschlag von 10.000 Paketen an einem Tag ist die vor einem Jahr zur Entlastung des DHL-Paketzentrums Staufenberg im GVZ errichtete Zustellbasis ausgelegt. An starken Tagen sind es jetzt schon mal 12.000. Die Zahl der Pakete könne auch noch auf 13 000 steigen, schätzt Abteilungsleiterin Bettina Bartsch. Bundesweit sind dann bei der Post täglich acht Millionen Paketsendungen unterwegs.

Die Post mobilisiert dabei alle Reserven, damit sie mit schnellem Service gegenüber der Konkurrenz von Hermes Versand & Co. punkten kann: Es werden zusätzliche Transporter angemietet, um der Paketflut Herr zu werden, und fünf weitere Mitarbeiter befristet eingestellt. „Außerdem sorgen wir dafür, dass möglichst keiner um diese Zeit in Urlaub ist“, sagt Bartsch. Die Mitarbeiter sind dann oft zu zweit im Transporter unterwegs, damit die Zustellung auch in den Ballungsräumen wie der Kasseler Innenstadt fix vonstattengeht. Auch die Azubis der Post müssen ran. „Das ist schon anstrengend“, sagt Ricardo Eiffert aus Lohfelden. Der Azubi war vorher nur mit Briefen und Päckchen beschäftigt.

Die Plackerei wäre ohnedie moderne Technik noch schlimmer. Auf den Transportbändern werden die vom Paketzentrum Staufenberg mit Lkw herangekarrten Pakete schon nach Zustellbezirk automatisch vorsortiert. Um vier Uhr beginnt die Arbeit. Es wird in zwei Wellen vorsortiert: Jeweils um 7.30 und um 8.30 Uhr spuckt die Verteilanlage eine Paketflut aus. Die postgelben Transporter schwärmen dann zu den Adressaten aus. Ohne die Technik gäbe es eine dritte Welle - und wahrscheinlich Postkunden, die sich über eine späte Zustellung ärgern. „Der Kunde ist heutzutage anspruchsvoll. Manche verfolgen den Weg ihrer Sendung sogar im Internet“, sagt Post-Pressesprecher Thomas Kutsch.

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