Polizeidirektor: Keine Informationen im Fall Yozgat

Mordfall Yozgat: Vorwürfe gegen Verfassungsschutz

Kassel/Berlin. Im Zusammenhang mit dem Mord an Halit Yozgat hat die Kasseler Polizei erstmals heftige Vorwürfe gegen den Verfassungsschutz erhoben. Man fühlte sich vom hessischen Verfassungsschutz nicht ausreichend bei den Ermittlungen unterstützt. des Deutschen Bundestages.

Das sagte Gerald Hoffmann, Leitender Kriminaldirektor im Polizeipräsidium Nordhessen, jetzt vor dem NSU-Untersuchungsausschuss

Alles zur Neonazi-Mordserie und den Fall in Kassel lesen Sie in unserem Spezial.

Der Ausschuss soll Ermittlungspannen bei der neonazistischen Mordserie aufklären. Halit Yozgat war am 6. April 2006 in seinem Internetcafé an der Holländischen Straße vermutlich von rechten NSU-Terroristen erschossen worden. Zur Tatzeit hielt sich der Hofgeismarer Verfassungsschutzmitarbeiter Andreas T. in dem Café auf.

Die Kasseler Polizei hatte bei ihren Ermittlungen Andreas T. als möglichen Täter im Visier. Sie erbat vom hessischen Verfassungsschutz deshalb Akteneinsicht. Außerdem wollte man V-Leute befragen, die Andreas T. geführt haben soll. Beides, so Kriminaldirektor Gerald Hoffmann, sei vom hessischen Innenministerium abgelehnt worden.

Hoffmann wurde im Ausschuss auch dazu befragt, ob Informationen vom Verfassungsschutz verwehrt wurden, die für die Ermittlungen essenziell, also von überragender Wichtigkeit, waren. Hoffmann erwiderte: „Das stimmt.“ (tho/use)

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