Prozess nach Lkw-Raub mit Waffengewalt

Um VW-Ersatzteile zu stehlen: Bande kaperte bei Morschen Lkw

Kassel. Wegen gemeinschaftlichen räuberischen Angriffs auf einen Lkw-Fahrer sowie Freiheitsberaubung stehen seit Dienstag vier Männer vor dem Landgericht.

Zwei 39 und 42 Jahre alte Angeklagte kommen aus Kassel und Fuldatal, zwei 31- und 39-jährige aus Wuppertal. Drei sind Türken, einer Deutscher mit türkische Wurzeln.

Lediglich der Kasseler hat gestanden, als Fahrer des gekaperten Lastzuges der Spedition Rudolph an dem offenkundig generalstabsmäßig geplanten Überfall beteiligt gewesen zu sein. Die drei anderen haben bisher dazu geschwiegen. In unserer ersten Berichterstattung hatten wir geschrieben, dass der Fuldataler gestanden hat, das ist falsch. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Laut Anklage von Staatsanwältin Dr. Alena Hartwig-Asteroth geschah das filmreife Gangsterstück am 20. Mai 2015. In Wuppertal waren drei 7,5-Tonnen Lkw gemietet worden, die zum Abtransport der Beute genutzt werden sollten.

Nachmittags wurde das Betriebsgelände der Spedition Rudolph in Bebra von den Tätern observiert, während dort VW-Ersatzteile im Wert von 40.000 Euro verladen wurden. Im Pkw verfolgten einige Täter den Lastzug auf seiner Fahrt zur Lohfeldener Niederlassung der Spedition.

Gegen 20.16 Uhr, so die Staatsanwältin simulierten zwei als Polizisten verkleidete Angeklagte eine Verkehrskontrolle und lotsten den Lastwagen auf den Parkplatz Leimbachsborn zwischen Alheim und Morschen.

Mit vorgehaltener Pistole wurde der Lastwagenfahrer bedroht, mit Kabelbinder gefesselt und auf den Schlafplatz des Lastzuges gelegt. Der Mann aus Kassel lenkte den Lastzug dann in ein Waldstück bei Malsfeld-Mosheim, wo bereits die Miet-Lkw und drei fürs Umladen angeheuerte Bulgaren warteten.

Während dieser Arbeiten wurde die Bande durch einen zufällig vorbeikommenden Zeugen gestört und ergriff mit Miet-Lastwagen und Pkw die Flucht. Der Lkw-Fahrer konnte sich befreien und um Hilfe rufen.

Die Täter wurden nach aufwendigen und langwierigen Ermittlungen festgenommen. Drei sitzen seither in Untersuchungshaft.

Der 5. Strafkammer mit Richter Jürgen Stanoschek an der Spitze steht ein wahres Mammutverfahren ins Haus. 44 Zeugen sollen an weiteren 31 Prozesstagen bis Mai gehört werden. Am Dienstag füllten fast 30 Angehörige und Freunde der Angeklagten den Zuschauerraum im Saal D130.

Weiter geht es am Montag, 31. Oktober, mit der Anhörung der Angeklagten.

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