Starkoch sprach beim Bundeskongress der Schulverpfleger in Waldau

Johann Lafer fordert: kostenlos essen in der Schulmensa

Schmackhaftes Essen: In der Mensa der Offenen Schule Waldau lässt es sich der österreichische Starkoch Johann Lafer schmecken. Er hielt an der Schule einen Vortrag. Foto: Koch

Kassel. „Das schmeckt super“, sagt Johann Lafer und putzt seinen Teller Pasta mit Sauce Bolognaise mit sichtlichem Appetit restlos weg. Er sitzt in der Schulmensa der Offenen Schule Waldau (die ihr Essen vom Kasseler Bio-Caterer Biond zubereiten lässt) und hat zum Thema Schulverpflegung eine Menge – auch Unbequemes – zu sagen.

In seinem Vortrag, den er dort als Schirmherr des Bundeskongresses Schulverpflegung hielt, wünscht er sich eine kostenlose Schulverpflegung. Er unterstreicht damit die gleichlautende Forderung des Deutschen Netzwerks Schulverpflegung. Für Qualität in den Mensen müsse ein neues Bewusstsein geschaffen werden. Sie dürfe nicht allein davon abhängig sein, wie viel die Eltern bereits sind, fürs Essen zu zahlen.

Erziehung zur Esskultur

Lafer rief zu einer Qualitätsoffensive in Sachen Schulverpflegung auf. „Geschmack ist nicht angeboren, er wird anerzogen.“ Deshalb hänge Esskultur nicht nur von Emotionen, sondern auch von Erziehung ab. Was Kinder nicht zuhause lernten, sollte ihnen im Idealfall in der Schule nahegebracht werden. Damit Kinder gerne in der Schulmensa essen, müssten sie einbezogen werden: Was wollt Ihr essen? Wie soll es aussehen?

In seiner persönlichen Bilanz als Schulcaterer verriet er, wie es ihm gelungen sei, die Zahl der Essen in der Schule, für die er koche, zu verdoppeln. Er legte seine Kalkulation offen: Im Preis von 3,50 Euro für ein Essen seien 1,20 Euro Beitrag des Schulträgers enthalten. Um aber schwarze Zahlen zu schreiben, müsse außerdem ein Schulkiosk betrieben werden, dessen Überschuss in die Mittagsversorgung fließt.

Bevor in Waldau das Schul–essen verpflichtend eingeführt wurde, war es dem ehemaligen Schulcaterer Dr. Harald Hoppe ebenfalls gelungen, die Mittagessen von 150 auf 700 zu steigern. Er referierte darüber, wie man Schüler für Bio begeistern kann. In der OSW zahlen die Eltern inzwischen 2,80 Euro pro Essen, Subventionen des Schulträgers geschehen in Form von Personalkosten. Für die OSW, in Sachen gesundes Mensa-Essen ein alter Hase und mehrfach ausgezeichnet (unter anderem mit dem Goldenen Teller des Deutschen Netzwerks Schulverpflegung), ist Lafer voll des Lobes. „Hier funktioniert alles beispielhaft“, sagt er. Das Prinzip der Waldauer, neben einem aktiven Förderverein, Eltern, Lehrer und Schüler einzubeziehen, gehöre zum Erfolgsrezept.

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