500 Mieter in Waldau betroffen

Ärger um Abrechnungen: Vermieter droht mit Rauswurf

Seit Oktober 2013 im Eigentum der österreichischen Buwog AG: Eines der Mietshäuser an der Görlitzer Straße in Waldau. Dort gehören insgesamt 838 Wohnungen zum Buwog-Bestand. Archivfoto: Zgoll (nh)

Waldau. Der Ärger um fragwürdige Betriebskostenabrechnungen für mehr als 500 Mieter im Stadtteil Waldau geht weiter.

Die Buwog AG als Vermieterin droht nun Mietern, die geforderte Nachzahlungen nicht leisten, mit rechtlichen Schritten und unter Umständen auch einer Kündigung der Wohnung, berichten Betroffene.

Ende 2014 waren den Mietern der 838 Buwog-Wohnungen in Waldau falsche Betriebskostenabrechnungen für das Jahr 2013 ins Haus geflattert. Teils ging es bei den Nachforderungen um vierstellige Euro-Beträge. Bis heute habe das Immobilienunternehmen keine nachvollziehbaren Abrechnungen vorgelegt, sagt Folker Gebel, Geschäftsführer des Mieterbundes Nordhessen. Er rät den betroffenen Mietern, die geforderten Nachzahlungsbeträge nicht oder zumindest nicht vollständig zu zahlen. Wegen der bisher nicht möglichen Belegeinsicht seien „diese Beträge nach wie vor nicht zur Zahlung fällig, egal, welche Drohungen da ausgesprochen werden“, erklärt Gebel. Die Buwog versuche, die Mieter zu verunsichern. Dahinter stecke die Hoffnung: „Wenn man lange genug Druck macht, zahlen die Mieter doch irgendwann.“

Ein Mieter an der Görlitzer Straße sollte fast 1000 Euro nachzahlen, auf seinen Widerspruch hin wurde die Summe auf annähernd 500 Euro halbiert. Sollte er nicht zahlen, werde ihn das teuer zu stehen kommen, zitiert der Mieter aus einem Brief der Buwog: „Die drohen jetzt mit dem Gericht.“

„Wir wissen, dass es in Kassel-Waldau Probleme mit Betriebskostenabrechnungen der vorherigen Verwaltung gibt. Soweit es uns möglich ist, arbeiten wir intensiv an einer Lösung und suchen dazu auch das Gespräch mit den einzelnen Mietern“, sagt Buwog-Sprecher Peter Dietze-Felberg.

In Fällen, in denen ein persönlicher oder telefonischer Kontakt nicht zustande gekommen sei, habe man die Betreffenden auch angeschrieben. „Einige Mieter haben wir jedoch auch aufgrund von Mietrückständen angeschrieben, die auch im Zusammenhang mit den Betriebskostenabrechnungen des früheren Verwalters stehen können“, erklärt Dietze-Felberg.

Aufgrund der von der Buwog übernommenen, teils strittigen Daten der früheren Hausverwaltung Ratio Haus mit Grund meldeten sich aktuell viele Mieter auf die Buwog-Schreiben „und wir führen individuelle Gespräche mit den einzelnen Mietern, um eine konstruktive Lösung für den Einzelfall zu finden“.

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