Schnelle Datenleitungen nicht verfügbar

Ärger im Industriepark Kassel um langsames Internet

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Der Industriepark Kassel von Osten aus der Luft betrachtet: Am unteren Bildrand sind Wohnhäuser in Lohfelden-Crumbach zu erkennen, darüber der Lohfeldener Rüssel, links auf halber Höhe Fuldabrück-Bergshausen, rechts die Autobahn 49 (Südtangente). Im Hintergrund Kassel und der Habichtswald.

Kassel. Einige Firmen im Industriepark Kassel haben es schwer, schnelle Datenleitungen ins Internet zu bekommen. Dabei sind die oft lebensnotwendig für die Unternehmen.

Der Grund für die Misere: Es fehlen Hausanschlüsse ans Glasfasernetz, das im größten Gewerbegebiet der Region bereits gut ausgebaut ist. Und es fehlen Angebote von Telekommunikationsunternehmen. Die Anbieter von Internet-Zugängen halten sich zurück, weil bei den großen Grundstücken und nur einzelnen Kunden wenig zu verdienen ist.

Die Probleme sind aus der Sicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg ein „ärgerliches Dauerthema“, sagt IHK-Geschäftsführer Ulrich Spengler. Er spricht von einem Marktversagen. Inzwischen könne man aber betroffenen Unternehmen helfen. Es gebe professionelle Dienstleister, die unabhängig von den großen Anbietern flexible Lösungen für flotte Datenleitungen schaffen könnten.

„Wir leben von der Internet-Verbindung“, sagt Ernst Bohnhardt, Chef der gleichnamigen CAD-Consultingfirma an der Falderbaumstraße 35. „Wir kommen an Grenzen“, erklärt der Computerfachmann, der sich seit langem erfolglos um eine schnellere Internetverbindung bemüht: „Das ist ein Standortnachteil im Industriepark.“ Spediteur Dieter Trebing, der in seiner Firma BRT an der Otto-Hahn-Straße 9 ähnliche Probleme hat, beklagt ein Internet-Tempo „wie in der Steinzeit“.

„Wir haben bisher allen helfen können, die Probleme hatten“, sagt Kassels Wirtschaftsförderungs-Chef Kai Lorenz Wittrock. Freilich müsse der Service der Internet-Anbieter besser werden. Denn „der Bedarf ist da“, erklärt Christoph Külzer-Schröder, Sprecher des Industriepark-Netzwerks. Lösungsmöglichkeiten seien vorhanden. Gemeinsam mit Wirtschaftsförderung, der Netz + Service-Gesellschaft der Stadtwerke und der Netcom Kassel als kommunalem Anbieter soll jetzt versucht werden „gemeinsam weiter zu kommen.“

Hintergrund: 500 Unternehmen, 10 000 Beschäftigte

Im Industriepark als größtem Gewerbegebiet Nordhessens, das im Dreieck zwischen Kassel-Waldau, Lohfelden und Fuldabrück-Bergshausen gelegen ist, sind rund 500 Unternehmen angesiedelt. Dort arbeiten nach Angaben der Wirtschaftsförderung Region Kassel aktuell mehr als 10 000 Beschäftigte. Der Industriepark Kassel ist damit eines der größten Gewerbegebiete zwischen Frankfurt und Hannover. Während für private Internet-Nutzer meist ein Anschluss mit sechs Megabit pro Sekunde ausreicht, gelten im gewerblichen Bereich 50 oder 100 Megabit als Standard. Per Glasfaser werden bereits Leistungen von 500 Megabit und mehr geboten.

Weitere Hintergründe lesen Sie in der Mittwochsausgabe.

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