Spende für Artenschutz

Bundesvogelschau in den Messehallen mit 13.000 Tieren

Nachzüchtung aus Tansania: Das Schwarzköpchen.

Kassel. Die Kasseler Messehallen waren am Wochenende ein Publikumsmagnet. In der Rothenbachhalle stieg das Spitzenspiel der Handball-Bundesliga, gleich nebenan kamen 6000 Besucher an zwei Tagen zur Bundesvogelschau.

Unter den 13 000 Papageien, Großsittichen, Kanarienvögeln, Exoten und Wellensittichen wurden zahlreiche Bundessieger ausgezeichnet.

Doch wo kommen diese Vögel her? „Das sind fast alles Züchtungen, wir exportieren sehr viel mehr Vögel als wir einführen“, sagt Karl-Friedrich Scharrelmann (66), der Präsident der Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht (AZ) mit 20 000 Mitgliedern. Ein Beispiel ist der australische Königssittich, der gleich mehrfach in den Messehallen zu sehen war. Seit 1960 hat Australien für diesen Vogel ein Exportverbot erteilt. Weit verbreitet ist er durch Nachzüchtungen trotzdem. In Kassel wurde ein besonders schönes Exemplar zum Bundessieger gekürt.

Einsatz für bedrohte Tiere

Mitglieder der AZ haben im Vorfeld der Ausstellung gesammelt. Dabei sind 5000 Euro für Projekte in Indonesien zusammen gekommen. Dort sind der Orangehaubenkakadu und der BalistStar stark gefährdet, weil Waldgebiete für die Palmölproduktion abgeholzt werden. Das Geld ist für ein Zuchtprogramm bestimmt, das der Erhaltung der bedrohten Vögel dienen soll. „Verbraucher können mit ihrer Kaufentscheidung Vogelschutz betreiben“, sagt Scharrelmann. Auf Magarine mit Palmöl verzichte er jedenfalls ganz bewusst.

Pass auf, mein Freund: Susanne Pohlmann vom Papageienpark aus Bochum mit zwei besonders zutraulichen Aras in der großen Voliere bei der Vogelschau. Fotos:  Fischer

Seit vielen Jahren findet die Bundesvogelschau in Kassel statt. Besucher und Aussteller kommen aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland. Vor jeder Schau gibt es eine Kontrolle durch den amtlichen Veterinär. Diesmal waren auch Fachleute der Universität Leipzig vor Ort. Die überprüfen im Auftrag des Bundes landesweit Vögel- und Reptilienbörsen. „Es gab keine Beanstandungen und viel Lob“, sagt Scharrelmann.

72 Stunden

Die Veranstalter der Schau haben sich zum Wohle der Tiere auf ein 72-Stunden-Prinzip verständigt. Mit An- und Abreise sollen die Vögel nicht länger als drei Tage aus ihrer gewohnten Umgebung herauskommen. Im Vorfeld werden sie behutsam an die vergleichsweise kleinen Volieren gewöhnt.

Reich kann man mit den Vögeln übrigens nicht werden. „Das ist ein Hobby, mit dem man wunderbar Stress abbauen kann“, sagt Scharrelmann, der in der Rechtsabteilung einer großen Firma gearbeitet hat. Er habe keinen Vogel, der mehr als 100 Euro gekostet habe.

Vogelschau in den Messehallen

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