Als dauerhafter Varieté-Standort ungeeignet

Faule Balken in Waldauer Zehntscheine: Sanierung geht voran

Viel zu tun am Dachstuhl: Mitarbeiter der Denkmalpflege aus dem thüringischen Mühlhausen sind seit April mit der Sanierung der Zehntscheune beschäftigt, unten rechts der Waldauer Ortsvorsteher und Fördervereins-Vorsitzende Joachim Bonn. Fotos: Hermann

Kassel. Ob unter dem Dach oder an den Wänden: Nahezu alle Balken der Waldauer Zehntscheune müssen raus und durch neue ersetzt werden.

Schuld daran ist eine Sanierung des mittelalterlichen Fachwerkhauses in den 1970er-Jahren, bei der eine luftundurchlässige Kunststoffschicht aufgetragen wurde. Diese hatte schwerwiegende Folgen, erklärt Ortsvorsteher Joachim Bonn: „Die Balken sind von innen verfault.“

Die 1464 erbaute Zehntscheune hat eine Grundfläche von rund 600 Quadratmetern. So sind es sehr viele Balken, die von den Mitarbeitern der Denkmalpflege Mühlhausen ausgetauscht werden müssen. Seit April sind die Thüringer in Waldau im Einsatz. Im September sollen sie den dritten Bauabschnitt abschließen.

Veranstaltungen ab Herbst

Ortsvorsteher Bonn ist zufrieden. Die Arbeiten gingen gut voran. Das sei auch gut so, denn ab Spätsommer wolle der Förderverein die Zehntscheune wieder für Veranstaltungen nutzen und zur Verfügung stellen. Zum Beispiel für die im Oktober anstehende Entenkirmes, berichtet Bonn, der auch Vorsitzender des Fördervereins ist.

Nach Abschluss dieses Bauabschnitts muss wieder gespart werden. Nach Bonns Angaben stehen jährlich 70 000 Euro für die 2012 begonnene Sanierung zur Verfügung. 50 000 Euro steuert die Stadt, 20 000 die Denkmalpflege bei. Da allein der Gerüstaufbau rund 20 000 Euro verschlinge, würde das Geld drei Jahre gesammelt und würden die Arbeiten erst danach wieder aufgenommen. Bonn rechnet mit insgesamt 20 Bauabschnitten und Kosten von über einer Million Euro.

Gerüchte zurückgewiesen

Gerüchte, wonach der ehemalige Star-Club-Chef Götz Ohlendorf die Zehntscheune dauerhaft als Varieté-Standort nutzen wolle, wies Bonn zurück. Abgesehen davon, dass sich die Scheune aus räumlichen Gründen nicht eigne, spreche auch die Gemeinnützigkeit des Fördervereins gegen diese kommerzielle Nutzung. Geplant sei aber wieder das eingeschränkte Varieté-Programm am Kirmesmontag.

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