Gartenamt schreitet zur Tat

Schneisen gegen Blaualgen: Frischer Wind für den Bugasee

Gefährliche Schlieren: In diesem Sommer hatten sich die Blaualgen im Bugasee wieder massenhaft vermehrt. Seit Jahren werden am mehreren Stellen des Sees regelmäßig Wasserproben genommen. Archivfoto:  Fischer

Kassel. Der vergangene schöne Sommer hatte wieder einmal seine Schattenseiten: Zwölf Tage lang musste für den Bugasee ein Badeverbot verhängt werden, weil sich gesundheitsgefährdende Blaualgen (Cyano-Bakterien) massenhaft vermehrt hatten.

Um dem Wachstum von Blaualgen vorzubeugen und in der Hoffnung auf eine ungetrübte Badesaison 2016, will das Umwelt- und Gartenamt für mehr frische Luft am See sorgen. In den nächsten Monaten sollen deshalb Bäume und Büsche rund um den Bugasee zurückgeschnitten beziehungsweise entfernt werden.

Die so entstehenden Windschneisen sollen dafür sorgen, dass das Wasser stärker aufgewirbelt wird. Dies sei ein wichtiger Baustein, um den Bugasee in seinem ökologischen Gleichgewicht zu halten, hatten Experten des von der Stadt beauftragten Gutachterbüros EcoRing aus Hardegsen empfohlen. Im Februar 2010 waren zuletzt solche Windschneisen geschlagen worden – allerdings wuchsen auch im darauffolgenden Sommer die Blaualgen wieder so stark, dass das Gesundheitsamt vor dem Baden im See warnte.

Die geringe Wassertiefe, viele Nutzer und reichlich einfließende Nährstoffe seien Gründe dafür, warum das Gleichgewicht des Bugasees vor allem bei sonnigem und trockenen Sommerwetter aus der Balance geraten kann, erläuterte Gutachter Dr. Eckhard Coring.

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Von 2005 bis 2008 gab es beispielsweise jeden Sommer Blaualgenalarm und Badeverbote. Daraufhin hatte die Stadt ein Gutachten erstellen lassen auf dessen Empfehlung ein Zulauf der Fulda verschlossen wurde und man die Unterwasserpflanzen wachsen ließ, die in Nährstoffkonkurrenz zu den Blaualgen stehen. Von 2009 bis zum Sommer dieses Jahres musste danach zumindest kein Badeverbot mehr verhängt werden, hatte man die Situation weitgehend im Griff, wie Jörg Gerhold vom Umwelt- und Gartenamt kürzlich erläuterte.

Doch nachdem die Unterwasserpflanzen jahrelang ungebremst wuchsen, wurden diese Schwimmern gefährlich, die sich im Sommer 2013 in den Algen verhedderten. Erneut wurde ein Badeverbot ausgesprochen, und daraufhin wurden die Unterwasserpflanzen in den Jahren 2014 und 2015 in der Nähe der Strandbereiche wieder gemäht.

In diesem Sommer gewannen die Blaualgen abermals die Oberhand. Auch deshalb sollen Schneisen für frischen Wind am Bugasee sorgen. Mit den Gehölzarbeiten soll bei einer längeren Frostperiode begonnen werden, um auch den Boden zu schonen. Das Holz soll zunächst zwischengelagert und später zu Hackschnitzel verarbeitet und verwertet werden. Die Untere Naturschutzbehörde habe ihr Okay gegeben.

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