Handwerkskammer weiht neues Schulungszentrum für 38 Millionen Euro ein

Futuristisch: Moderne Architektur bestimmt das Bild des Campus-artigen Bildungszentrums in Waldau. Gestern wurde der moderne Komplex eingeweiht.

Kassel. Drei Jahre wurde gebaut und modernisiert. Am Dienstag wurde das neue 38 Millionen Euro teure Schulungszentrum der Handwerkskammer mit Internat und Werkstätten eingeweiht.

Am Anfang ging es nur um die Sanierung eines maroden, undichten Daches des Bildungszentrums (BZ) in Waldau, der zentralen Bildungsstätte des nord- und osthessischen Handwerks. Das war vor zehn Jahren. Doch dann stellte sich heraus, dass das Vorhaben aus baulichen und finanziellen Gründen nicht möglich war.

Als dann auch noch klar wurde, dass eine dringend notwendige energetische Sanierung zumindest eines Teils des weitläufigen Komplexes betriebswirtschaftlich unsinnig sein würde, entschloss sich die Handwerkskammer (HWK) Kassel nach langen Überlegungen zum ganz großen Wurf: den Radikalum- und Neubau des gesamten BZ.

Gestern präsentierten Handwerkspräsident Heinrich Gringel und BZ-Leiter Jürgen Müller das Resultat: eine der bundesweit modernsten und attraktivsten Bildungsstätten ihrer Art in der Mitte Deutschlands, eine Campus-artige, Anlage mit Internat, neuen Werkstätten für viele Gewerke, Verwaltungs- und Kantinentrakt.

38 Millionen Euro flossen in die mit Abstand größte Einzelinvestition in der Geschichte der HWK. Den Löwenanteil von 32,5 Mio. Euro spendierten Land, Bund und die EU. Die Kammer selbst muss fünf Mio., die Schule eine weitere halbe Mio. Euro stemmen.

Kammerpräsident Heinrich Gringel lobte BZ-Mitarbeiter und Baufirmen für die Sanierung und den Neubau im laufenden Betrieb. Das habe allen Beteiligten und auch den Schülern große Opfer abverlangt. Und er würdigte auch die Arbeit des koordinierenden Bauausschusses, der insgesamt mehrere hundert Stunden zu dem Projekt getagt hat. Herausgekommen sei ein Komplex mit einer „tollen Lernatmosphäre“. Die alten Räume seien nicht mehr zeitgemäß gewesen. Mit der Investition trage die Kammer zur Zukunftsfähigkeit des gesamten Handwerks bei. Denn dazu bedürfe es einer fundierten Ausbildung in angemessener Umgebung.

„Positives Signal“ 

Dr. Sabine Hepperle vom Bundeswirtschaftsministerium wertete das Projekt als „positives Signal für die berufliche Bildung“ und unterstrich „die große Bedeutung der Berufsbildung für die Fachkräftesicherung“. Axel Henkel vom Hessischen Wirtschaftsministerium lobte das Handwerk für dessen Engagement in der Ausbildung. Die überbetriebliche Schulung sei ein unverzichtbarer Teil der Dualen Ausbildung. „Der BZ-Neubau ist eine Investition in die Zukunft“, sagte er.

Die umfangreichen Bauarbeiten hatte vor drei Jahr begonnen und halten an. Denn Teile des Bildungszentrums sind noch nicht ganz fertig, und im Außenbereich laufen die Arbeiten noch auf Hochtouren. Während es sich bei der so genannten Westspange entlang der B3 mit Ausnahme des Hochhauses sowie bei der gesamten der Nordspange um Neubauten handelt, sind die anderen Teile des Carrés - also entlang der Falderbaumstraße - überwiegend sanierte Altbauten. Die Nutzfläche wurde um ein Viertel auf 6000 Quadratmeter reduziert. Dafür wird der Platz jetzt aber optimal genutzt.

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