Bau soll Ende März beginnen

Streit um Denkmalschutz beigelegt: Familie weicht mit Neubau aus

Ist froh, dass mit dem Neubau endlich begonnen werden kann: Bernd Dietrich vor der Scheune des Scherbschen Hofs in Waldau, rechts im Hintergrund der Kirchturm. Vor der Scheune soll jetzt das Haus mit acht Mietwohnungen errichtet werden. Fotos: Hermann

Waldau. Der Streit um den Denkmalschutz ist beigelegt, die Baugenehmigung liegt vor: Was lange währt, soll nach Einschätzung von Familie Dietrich jetzt endlich gut werden.

Ende März will sie auf dem Gelände des vor drei Jahren erworbenen Scherbschen Hofs in Waldau mit dem geplanten Neubau eines Mehrfamilienhauses beginnen.

Die Investitionskosten schätzen Martina und Bernd Dietrich, die im Stadtteil ein Bedachungsunternehmen führen, auf rund 850.000 Euro. Im Frühjahr 2017 sollen die acht Mietwohnungen des Neubaues bezugsfertig sein. Die von dem Ahnataler Büro KM architekten erstellten Pläne sehen Wohnungen in Größen zwischen 60 und 92 Quadratmetern mit Balkon beziehungsweise mit Terrasse vor.

Der Neubau soll nach Dietrichs Angaben im Abstand von fünf Metern vor dem ehemaligen Scheunengebäude zur Bergshäuser Straße hin errichtet werden. Also etwa dort, wo das vor rund zwei Jahren abgerissene Wohnhaus des landwirtschaftlichen Hofes gestanden hat. Die Scheune soll unberührt bleiben.

„Wir sind froh, dass es jetzt endlich losgehen kann“, betonen Martina und Bernd Dietrich bei der Vorstellung des Bauvorhabens. 2013 haben sie die Reste des ehemaligen Hofes und das rund 3000 Quadratmeter große Grundstück im Waldauer Ortskern gekauft. Wie berichtet, waren ihre ursprünglichen Pläne, für den Neubau eines Mehrfamilienhauses den neueren Teil des Scheunengebäudes abzureißen, an dem Veto der Stadt beziehungsweise der Denkmalpflege gescheitert.

Der von der Bergshäuser Straße aus linke Teil der Scheune stammt nach Bernd Dietrichs Angaben aus den 1950er- oder 1960er-Jahren, der rechte Teil etwa aus Ende des 19. Jahrhunderts. In dem Scheunengebäude befinden sich unter anderem Stallungen und Stroh. Teile davon haben die Dietrichs als Unterstellplatz vermietet.

Der Scherbsche Hof neben der Waldauer Kirche gilt als eines der ältesten Gebäude im Stadtteil. Inschriften auf den Balken weisen auf die Bauzeit Ende des 19. Jahrhunderts hin. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde bereits in den 1970er-Jahren aufgegeben.

Die Wohnungen des Neubaues sollen jeweils mit Fußbodenheizung ausgestattet werden, kündigen Martina und Bernd Dietrich an. Sie haben die Hoffnung, künftig noch weitere Teile des Hof-Areals für eine weitere Bebauung nutzen zu können. Martina Dietrich: „Platz genug gibt es hier ja.“

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