Dort gab es ein Treibstofflager von Fieseler

Spurensuche am alten Flughafen in Waldau

Der Flugplatz Waldau: So sah das heutige Industriegebiet in den 1960er-Jahren aus. Foto: privat / nh

Kassel. Auf dem ehemaligen Flughafengelände in Waldau ist längst ein Gewerbegebiet entstanden. Trotzdem könnten im Grundwasser und im Boden noch Spuren der früheren Nutzung sein.

Hier gab es unter anderem einen Standort der Fieseler Werke mit Kerosinlagern für die Testflüge sowie Kunststoff verarbeitende Betriebe. Jetzt wird das Gelände großflächig auf mögliche Schadstoffe untersucht, die das Wasser verunreinigen könnten. „Bis zum Herbst erwarten wir Ergebnisse“, sagt Anja Starick, die Leiterin des städtischen Umwelt- und Gartenamtes.

Bis zu 18 Meter tief wird für die Untersuchungen in die Erde gebohrt. An der Falderbaumstraße gibt es mehrere Messpunkte. Hier wird oberflächennahes Grundwasser nach oben gepumpt und später im Labor untersucht. Das Kasseler Trinkwasser kommt ohnehin aus wesentlich tieferen Schichten und wird ständig getestet. Hier geht es um Verunreinigungen, die den Boden belasten und irgendwann die Fulda erreichen könnten.

Alte Luftbilder ausgewertet

Vor den ersten Bohrungen in Waldau vor einem Jahr haben die Fachleute vom Umwelt- und Gartenamt sowie die Untere Wasser- und Bodenschutzbehörde historisches Kartenmaterial und Luftbilder ausgewertet. Von 1924 bis 1970 gab es in Waldau einen Flughafen, auf dem zwischenzeitlich sogar Linienflüge der Lufthansa landeten. Ziel der historischen Recherche war es, Verdachtsflächen zu ermitteln.

Gebohrt wurde dann in einem Streifen entlang der Falderbaumstraße. So kann das auf die Fulda zufließende Wasser ohne größere Lücken überprüft werden. Das Kasseler Grundwasser wird an vielen Stellen kontrolliert. Jedes Jahr kommen neue Bohrungen hinzu.

Auf der Suche nach Schadstoffen: Bis zu 18 Meter tief wird an der Falderbaumstraße in Waldau gebohrt. Norbert Gebauer-Zaborosch (Untere Wasser- und Bodenschutzbehörde) sieht sich eine Probe an. Daneben stehen von links Anja Starick (Umweltamt), Thomas Wentz und Mario Rolfes von der Bohrfirma Wöltjen. Foto: Schachtschneider

Die größten Auffälligkeiten gab es in den vergangenen Jahren auf dem Gelände eines ehemaligen Tanklagers in Bettenhausen sowie einer ehemaligen chemischen Reinigung in der Unterneustadt. Schlagzeilen machte auch das Enka-Gelände in Bettenhausen sowie der ehemalige Chemikalienhandel Mamot Chemie an der Leuschnerstraße in Niederzwehren. Größere Neubaugebiete wie die Marbachshöhe (Bad Wilhelmshöhe) und die Unterneustadt wurden auf Schadstoffe untersucht.

Erste Zwischenergebnisse für Waldau gibt es schon. Noch wurden keine Schadstoffe gefunden. Sollte das doch noch der Fall sein, werden die Behörden nach dem Verursacher fahnden. Es kann allerdings sein, dass es die betreffende Firma schon lange nicht mehr gibt.

Mehr zum Thema Flugplatz Kassel-Waldau finden Sie im Regiowiki.

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