Streit um Betriebskosten dauert an

Weiter Ärger in Waldau: Buwog will Wohnungsmieten erhöhen

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Seit Oktober 2013 im Eigentum der österreichischen Buwog AG: Eines der Mietshäuser an der Görlitzer Straße in Waldau. Dort gehören 841 Wohnungen zum Bestand der Buwog-Gruppe, die in Kassel insgesamt 1506 Wohnungen besitzt.

Waldau. Das Wohnungsunternehmen Buwog sorgt mit Mieterhöhungsforderungen erneut für Ärger unter den Mietern in Waldau. Von annähernd 30 bis zu 60 Euro monatlich mehr fordert der Vermieter.

„Aufgrund steigender Bewirtschaftungskosten ist es in angemessenen Zeiträumen unerlässlich, die Grundmieten der Marktentwicklung anzupassen“, erklärt Buwog-Sprecherin Elke Hildebrandt. Die in Kassel verlangten Mieterhöhungen würden den Anforderungen des Bürgerlichen Gesetzbuches entsprechen. Dass die Mieten in Kassel innerhalb von drei Jahren nur noch um maximal 15 Prozent steigen dürfen, sei berücksichtigt.

Das sieht auch der Mieterbund Nordhessen so. Alle Formalien seien von der Buwog eingehalten worden, sagt Mieterbund-Geschäftsführer Folker Gebel. Gegen die Mieterhöhungen sei nichts zu machen.

Derweil geht der Dauerärger um Betriebskostenabrechnungen für die 841 Wohnungen in Waldau weiter. Der Mieterbund vertritt annähernd 500 von erheblichen Nachzahlungen betroffene Mieter und wirft der Buwog unvollständige Belege und Abrechnungsfehler vor. In fünf Klageverfahren des Unternehmens gegen Mieter vertrete der Mieterbund bereits die Interessen seiner Mitglieder.

Gespräch im November

Die Nebenkostenabrechnungen für das Jahr 2014 seien abgeschlossen, sagt die Buwog-Sprecherin. Zur Klärung der noch offenen Nebenkostenabrechnungen 2013 habe das Unternehmen den Mieterbund für 17. November zu einem Gespräch eingeladen. Die Buwog wolle wohl über die Abrechnungen 2013 verhandeln, vermutet Gebel. Man werde sich dem Wunsch nach einem Gespräch nicht verschließen, dabei aber die Mieterinteressen im Auge behalten.

Für Ärger sorgt auch, dass die Wasserkosten-Rückerstattung der Städtischen Werke wegen überhöhter Wasserpreise in der Zeit von Anfang 2008 bis Ende März 2012 nicht bei den Mietern in Waldau ankommt. Weil die Buwog erst im Februar 2014 beziehungsweise April 2014 Eigentümerin der Kasseler Wohnungen wurde, bekomme das Unternehmen keine Rückerstattungen und könne daher auch kein Geld an die Mieter erstatten, erklärt die Sprecherin. Betroffene Mieter müssten sich an die früheren Eigentümer wenden.

Das dürfte wegen der ständig wechselnden Eigentümer schwierig werden, ahnt der Mieterbund.

Mieter sind Kummer gewohnt 

Die Mieter der 841 Buwog-Wohnungen in Waldau sind Kummer gewohnt. Seit Jahren wechseln die Eigentümer, oft gab es dubiose Betriebskostenabrechnungen von wechselnden Verwaltungsfirmen. Die ehemaligen Volksfürsorge-Häuser in Waldau wurden 2005 zusammen mit weiteren 350 Wohnungen in Bettenhausen sowie der Brückenhof-Siedlung in Oberzwehren an die Frankfurter Firma Domus verkauft. Die reichte den Wohnungsbestand an die dänische Immobilienfirma Kristensen weiter.

Damit fing der ständige Wechsel der Besitzer erst an: Mitte 2007 verkaufte Kristensen den Bestand an die Vivacon AG in Köln weiter. 2009 wurde auf Betreiben der Postbank über die Vivacon-Wohnungen die Zwangsverwaltung angeordnet. Daraus gingen die insgesamt 1190 Kasseler Wohnungen im Herbst 2013 für rund 46 Millionen Euro an das österreichische Immobilienunternehmen Buwog AG.

Weitere 316 Wohnungen in Nord-Holland, Bettenhausen und Kirchditmold kaufte das Unternehmen wenig später für gut neun Millionen Euro von der Franconia-Investorengruppe. In Deutschland und Österreich gehören der Buwog-Gruppe rund 51.000 Wohnungen. Die Aktien der Buwog AG sind seit Ende April 2014 an den Börsen Wien, Frankfurt und Warschau notiert.

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