Mehr als ein hässlicher Bahnhof

Mit Waschbär im Logo: Bloggerpärchen beschreibt das Kassel-Gefühl

In unserer Serie stellen wir Internet-Bekanntheiten und Netzphänomene aus Kassel vor. Ein Pärchen zeigt mit dem Blog Fuldaufer, wie und wo sie Kassel erleben.

Lena Gehrmann und Sebastian Tam bieten mit ihrem Blog Fuldaufer Inspiration für Kassel-Bewohner und -Besucher. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen Kassel gar nicht kennen“, erzählt Lena Gehrmann. Die 22-jährige Studentin war im vergangenen Jahr viel im Ausland unterwegs. Wenn sie gesagt habe, dass sie aus Kassel komme, sei die Resonanz gewesen: Ach, der angeblich so hässliche Bahnhof Wilhelmshöhe, dann muss auch Kassel nicht sehenswert sein.

Wollen ihre Stadt zeigen: Lena Gehrmann und Sebastian Tam schreiben auf ihrem Blog Fuldaufer über Kassel und zeigen dort Bewohnern und Touristen, was sie an der documenta-Stadt besonders schätzen.

Einige hätten dann doch die documenta gekannt, aber die Meisten hätten mit Nordhessen eher wenig anfangen können. „Wie schön Kassel eigentlich ist und was die Stadt so besonders macht, das merkt man erst aus der Ferne“, sagt Gehrmann aus eigener Erfahrung.

Die Idee Kassel zum Thema für ihren Blog zu machen, ist Lena Gehrmann und ihrem Freund Sebastian Tam, der von Beruf Informatiker ist, dann doch eher zufällig gekommen. Beide sind schon immer sehr onlineaffin und begeistern sich für vieles im Netz. „Als wir uns kennengelernt haben, meinte Lena direkt beim zweiten Treffen, lass uns doch mal zusammen einen Blog starten“, erzählt Tam, der Lenas Eltern anfangs deshalb auch noch als Businesspartner vorgestellt wurde.

Er sei von der Idee begeistert gewesen, und so hätten die beiden ein bisschen rumprobiert. Kurzzeitig gab es die Überlegung, etwas zum Thema Mode und Reisen zu machen. „Aber dazu gibt es einfach schon viel zu viele Angebote, sodass wir beide davon schnell gelangweilt waren und das dann wieder verworfen haben“, sagt Tam.

Dann entstand die Idee zu „Fuldaufer“: Dort wollen Gehrmann und Tam zeigen, wie und wo sie Kassel erleben und Inspiration für Kassel-Bewohner und -Besucher bieten, schreiben sie auf ihrer Seite. Dabei wollen sie nicht als Personen im Vordergrund stehen, sondern der Leser soll mit ihnen zusammen die Stadt erleben. Das könne beispielsweise an einem für sie besonderen Ort sein, wie das Kurbad Jungborn, wo sich das Paar gerne aufhält, ein Restaurant-Tipp oder auch mal der Besuch einer Veranstaltung, wie der Museumsnacht oder des Hoffestes im ARM.

Gehrmann und Tam wollen auf zwei bis drei Posts pro Woche kommen. Zusätzlich gibt es noch weitere Impressionen von ihren Streifzügen bei Instagram und Facebook. „Aktuell verbringen wir damit einen Großteil unserer Freizeit“, sagt Gehrmann. Da Sebastian Tam Vollzeit arbeite, blieben dafür nur die Abende und Wochenenden. Aber oftmals ließen sich auch die Freizeitaktivitäten mit der Arbeit für den Blog verbinden.

Einen kommerziellen Hintergrund hat Fuldaufer bislang nicht. „Wir wollen nur über das schreiben, hinter dem wir auch stehen“, sagen die beiden. Wenn aber irgendwann ein Kasseler Unternehmen fragen würde, ob man über die Produkte was schreiben könnte, dann würden sie vielleicht überlegen.

Was die Zukunft von Fuldaufer angeht, wollen Gehrmann und Tam einfach mal abwarten. Bislang seien es zwar nur Träumereien, aber vielleicht könne man doch irgendwann etwas Größeres aus dem Blog machen.

Netzaccounts

Der Kassel-Blog Fuldaufer ist im Netz unter der Adresse fuldaufer.de zu finden. Bei Facebook posten Lena Gehrmann und Sebastian Tam regelmäßig Impressionen und Eindrücke unter www.facebook.com/fuldaufer. Bei Instagram heißen sie ebenfalls fuldaufer.

Hintergrund: Der Waschbär im Logo

Das passende Logo für den Blog sollte etwas beinhalten, das Kassel kennzeichnet. Den Waschbären hatten Gehrmann und Tam eigentlich erstmal als Idee zurückgestellt. Mit Blick auf den Zissel sei der Hering im Gespräch gewesen. Weil aber der Hering nicht ganz so ansprechend und putzig sei wie der Waschbär, habe man sich dann doch für das bereits bekannte Kasselmaskottchen entschieden. Um doch beides verbinden zu können entstand dann die Idee, dass der Waschbär den Hering auf Händen trägt. Den Entwurf hat Lena Gehrmann selbst gezeichnet und ihr Freund ihn am Computer digitalisiert. Mittlerweile haben sie 2500 Sticker mit dem niedlichen Maskottchen drauf gedruckt und sie in der Stadt verteilt, um Fuldaufer bekannter zu machen.

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