Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hält an Plänen aber fest

Belgische Siedlung: Immer noch kein Verkauf

Wehlheiden. Der Verkauf der Belgischen Siedlung in Wehlheiden wird sich weiter verzögern. Das teilte Guido Déus, Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), auf Anfrage der HNA mit. 

Die Bima ist Eigentümerin der Siedlung, die erstmals im Jahr 2012 angekündigt hatte, die Häuser zu verkaufen.

Verzögerungen

Die zu Vorbereitung einer Vermarktung notwendigen Untersuchungen dauerten an, sagt Déus. Angesichts der vielen zusätzlichen Aufgaben, die die Bima derzeit im Zusammenhang mit der Zurverfügungstellung von Liegenschaften zur Unterbringung von Asylsuchenden zu bewältigen habe, gebe es bei einzelnen Verkaufsprojekten zeitliche Verzögerungen.

Insoweit müsse nun auch die ursprüngliche Zeitplanung im Zusammenhang mit dem Verkauf der Belgischen Siedlung in Frage gestellt werden. Auch wenn die Bima an ihrer grundsätzlichen Verkaufsabsicht festhält, könne man derzeit keine Auskunft dazu geben, wann mit dem Beginn des Verkaufsverfahrens tatsächlich zu rechnen sei, so der Sprecher.

In den 76 Häusern, die zwischen 111 und 135 Quadratmeter Wohnfläche haben, leben Menschen aller Generationen. Weil viele Mieter Angst haben, ihre Wohnungen zu verlieren, gründeten sie den Verein „Belgische Siedlung“ als Interessenvertretung.

Die Stadt Kassel hat in der Vergangenheit mehrfach bekräftigt, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft GWG kein Interesse an dem Kauf der Siedlung hat.

Für Soldaten gebaut

Die Belgische Siedlung wurde Anfang der 50er-Jahre als Reihenhaus-Siedlung für die Familien der in Kassel stationierten belgischen Truppen nach den Plänen der Architekten Paul und Theo Bode errichtet. Nach dem Abzug der Belgier übernahm die Bundesvermögensverwaltung die Reihenhäuser der Siedlung. Hier sollten Angehörige der Bundeswehr einziehen. Allerdings geschah zunächst nichts, die Häuser standen leer.

Um gegen den Leerstand zu protestieren, besetzten 1971 Studenten die Belgische Siedlung. Die Reihenhäuser an der Heinrich-Heine-Straße wurden daraufhin von der Bundesvermögensverwaltung an Privatleute verkauft.

Die Einfamilienhäuser in der Belgischen Straße und Adolfstraße blieben im Besitz der Bundesvermögensverwaltung, 2005 gingen sie mit Gründung der Bima in deren Besitz über. 

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