An Bietern fehlt es nicht

Zwangsversteigerung stellt Weichen für Grundstück an der Kohlenstraße

+
Neu gebaut, aber seit Jahren ungenutzt: Mit baurechtlichen Ungereimtheiten und Mieter-Absprüngen stand das Vorhaben des Investors an der Kohlenstraße 132 unter keinem guten Stern. Jetzt kommt die Immobilie in die Zwangsversteigerung.

Kassel. Erst lange ein Schandfleck, dann jahrelang eine Baustelle mit baurechtlichen Ungereimtheiten und Mieter-Absprüngen: Nach einem Zwangsversteigerungstermin am Donnerstag, 3. März, könnte der Weg frei sein für eine neue Nutzung des ehemaligen Druckereigeländes Schanze an der Kohlenstraße.

Für zunächst fünf Jahre möchte die Stadt Kassel dort Wohnraum für Flüchtlinge schaffen, danach könnten neue Pläne für die Liegenschaft mit 5800 Quadratmetern Fläche gemacht werden.

Gläubigerin in dem Zwangsversteigerungsverfahren ist die Bank für Sozialwirtschaft in Köln. Dort hätten sich in jüngerer Zeit einige Interessenten über das Grundstück an der Kohlenstraße informiert, sagte ein Sprecher auf Anfrage der HNA. Die Bank wolle den Versteigerungstermin auf jeden Fall aufrechterhalten. Somit scheidet die Möglichkeit aus, dass sich ein Käufer vorher noch außerhalb des Verfahrens mit dem Geldinstitut einig werden könnte.

Christian Geselle

Mitsteigern werden am 3. März mindestens zwei Bieter, die sich bereits gegenüber dem Rathaus als Interessenten für den Betrieb einerFlüchtlingsunterkunft gemeldet haben. Falls jemand anderes den Zuschlag bekommen sollte, wäre es aus Sicht der Stadt bedeutsam, ob solch ein Käufer ebenfalls auf das Unterbringungsgeschäft mit Flüchtlingen spekuliert oder ganz andere Pläne für das Gelände hat. „Wir müssen jetzt abwarten, wer überhaupt der Eigentümer wird“, sagte Stadtkämmerer und Sozialdezernent Christian Geselle (SPD).

Bei der Unterbringung von Flüchtlingen hat die Stadt laut Geselle aktuell keine drängenden Probleme. In den städtischen Zweitaufnahmeeinrichtungen gebe es derzeit noch Spielraum, und die Zahl der Neuzugänge stagniere momentan: Für das erste Jahresquartal habe Kassel vom Land Hessen 760 Flüchtlinge zugewiesen bekommen – das seien nicht mehr als im 4. Quartal des vergangenen Jahres.

Allerdings sei die weitere Entwicklung der Flüchtlingsströme nicht absehbar, sagte Geselle. Da sei das seit Langem ungenutzte Gelände an der Kohlenstraße eine gute Option für die Stadt vorzusorgen.

Schuldner in dem Zwangsversteigerungsverfahren soll nach HNA-Informationen nach wie vor die Lohfeldener Immobilienmaklerfirma Kruse sein, die das Gelände 2010 erworben hatte. Angaben dieser Firma, wonach das Schanze-Gelände 2014 an einen ungenannten Investor weiterverkauft worden sei, sind offenbar unzutreffend.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.