Reihenhäuser in Wehlheiden

Bundesbehörde will  Belgische Siedlung 2015 verkaufen

Bald unterm Hammer: Die Belgische Siedlung in Kassel.

Kassel. Gerüchte, dass die Belgische Siedlung in Wehlheiden unter den Hammer soll, gibt es schon länger. Nun hat sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) eindeutig geäußert.

„An der grundsätzlichenPlanung der BImA, die Belgische Siedlung in Kassel im Jahr 2015 zu veräußern, hat sich nichts geändert“, sagte Pressesprecher Thorsten Grützner. Zuletzt hatte die BImA einen Verkauf in den Jahren 2013 und 2014 ausgeschlossen.

Nähere Angaben zum Verkaufsprozess machte der BImA-Sprecher vorerst nicht. So bleibt zunächst unklar, ob auch jetzige Mieter einzelne Immobilien kaufen können oder ob die Häuser möglichst als ganzes veräußert werden sollen. Keine Aussage machte Grützner über die Höhe des Marktwertes.

Lexikonwissen:

Die Belgische Siedlung im Regiowiki

Thema war der mögliche Verkauf der Belgischen Siedlung kürzlich auch in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung. Einstimmig wurde in der vorigen Sitzung ein Antrag von SPD und Grünen beschlossen, dass eine „Sozialcharta“ Basis der Verkaufsverhandlungen sein soll. Im Zweifel solle der Magistrat auch einen Runden Tisch mit allen Beteiligten einberufen, um die BImA bei der Suche nach Kaufinteressenten einerseits und die Mieter andererseits zu unterstützen.

Judith Boczkowski (SPD) betonte, dass „gewachsene nachbarschaftliche Miteinander“, dass nicht durch „Luxussanierungen“ in Gefahr gebracht werden dürfe. „Die Belgische Siedlung soll so bleiben, wie sie ist“, sagte Joachim Schleißing (Grüne).

Den Linken ging der rot-grüne Antrag nicht weit genug. Wenn ein privater Investor die Siedlung übernehme, verlöre die Stadt jegliche Steuerungsmöglichkeit. Die städtische Wohnungsgesellschaft „GWG sollte versuchen, den Bestand zu erwerben“, sagte Fraktionschef Norbert Domes.

Mögliche negative Folgen fürchtet auch die CDU. Allerdings sei die BImA nun mal an rechtliche Vorgaben und öffentliche Ausschreibungen gebunden. Es sei „bedenklich, die BImA öffentlich unter Druck zu setzen“, sagte Jörg Westerburg (CDU). (clm)

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