Gebäude erst kürzlich saniert

Ehemalige Druckerei an Kohlenstraße soll zwangsversteigert werden

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Soll Anfang März zwangsversteigert werden: Die ehemalige Druckerei Schanze an der Kohlenstraße.

Kassel. „Hauptsache, das Gebäude verkommt nicht wieder zu einer Rattenburg, wie vor fünf bis sechs Jahren", sagt Norbert Sprafke.

Wehlheidens Ortsvorsteher spricht über die ehemalige Druckerei Schanze an der Kohlenstraße, die nun am 3. März durch Zwangsvollstreckung im Amtsgericht Kassel versteigert werden soll. Die jahrelangen Hoffnungen im Stadtteil, dass die Immobilie sinnvoll genutzt wird, scheinen vorerst nicht realisiert zu werden.

Dabei hatte es im Jahr 2010 gar nicht so schlecht ausgesehen: Der Immobilienmakler Karl-Heinz Kruse und sein Sohn Marcel hatten das verfallene Gebäude damals gekauft und sanieren lassen. Im Mai 2014 hatten die Kruses dann die Immobilie, die eine Gesamtfläche von 5800 Quadratmetern hat, verkauft. Marcel Kruse erklärte gegenüber der HNA, dass es sich um einen Großinvestor aus Fritzlar handele, dessen Name er nicht nennen wollte.

Vor der Sanierung: So sah es in der ehemaligen Druckerei Schanze noch im Jahr 2010 aus.

Am Mittwoch erklärte Marcel Kruse auf Anfrage der HNA, dass er gar keinen Kontakt mehr zu dem Käufer habe. Er könne auch nicht sagen, warum die ehemalige Druckerei in die Zwangsversteigerung kommt.

Der Wert des Versteigerungsobjekts ist von dem Sachverständigen Ulrich Maus aus Kassel auf 5,4 Millionen Euro festgesetzt worden. Im Auftrag des Amtsgerichts hat er ein Gutachten über die Immobilie gemacht, allerdings ohne das Gebäude von innen gesehen zu haben. Maus geht davon aus, dass eine Kernsanierung vermutlich von 2011 bis 2014 erfolgt ist.

In dem Gutachten greift er auch auf, dass Teile der Immobilie nach der Sanierung als Callcenter genutzt wurden. Das Callcenter sei aber aufgegeben worden, nachdem Mitarbeiter über gesundheitliche Beschwerden geklagt hätten.

Das Bauverwaltungsamt der Stadt Kassel habe ihm zudem mitgeteilt, dass für das Gebäude weder für die Nutzung als Callcenter noch für die geplante Teilnutzung als Restaurant jemals eine Baugenehmigung vorgelegen hatte. Im Jahr 2014 sollte im Erdgeschoss direkt an der Kohlenstraße ein Restaurant namens „Casa Vecchia“ eröffnen. Doch die Arbeiten zur Einrichtung einer Gaststätte waren auf Betreiben der Bauaufsicht eingestellt worden.

Ortsvorsteher Sprafke hofft, dass der künftige Eigentümer eine stadtteilverträgliche Nutzung, also keine Industrieansiedlung, für die Immobilie findet. Welche Summe ein Käufer mindestens auf den Tisch legen muss, um die Immobilie zu ersteigern, ist noch nicht bekannt.

Wie hoch das Mindestgebot sei, werde erst kurz vor dem Versteigerungstermin errechnet, sagt Matthias Grund, Sprecher des Amtsgerichts. Er weist aber darauf hin, dass Interessenten ein Gutachten beim Amtsgericht im Gebäude Friedrichstraße 32-34, montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr, einsehen können.

Hier liegt das Gebäude

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