CDU: Leiden Ortsvorsteher und Stadt an kollektiver Ahnungslosigkeit?

Ehemalige Druckerei Schanze: Weiter Streit um Flüchtlingsunterkunft

Die ehemalige Druckerei Schanze

Kassel. Der Schlagabtausch um das ehemalige Druckerei-Gelände Schanze an der Kohlenstraße in Wehlheiden geht weiter.

Dort soll nach Willen der Stadt eine Flüchtlingsunterkunft eröffnet werden, wenn bei einer Zwangsversteigerung Anfang März vor dem Kasseler Amtsgericht bestimmte Bieter zum Zug kommen.

Nachdem Jan Hörmann, Vorsitzender der CDU Wehlheiden, in dieser Angelegenheit Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) und Ute Pähns, Leiterin des Sozialamts, der Lüge bezichtigt hatte (HNA berichtete), legt nun Dr. Norbert Wett nach.

Die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung kritisiere die Informationspolitik des Magistrats in Sachen Flüchtlingsunterkunft. „Es wäre ein unglaublicher Vorgang, wenn der Magistrat versuchen würde, Bürgern während einer Ortsbeiratssitzung in der Frage von Flüchtlingsunterkünften auch im Hinblick auf die Kommunalwahl einen Bären aufzubinden“, kritisiert CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Norbert Wett.

Norbert Wett

Hier stelle sich die Frage, ob Ortsvorsteher Sprafke und anwesende Vertreter der Stadt tatsächlich an „kollektiver Ahnungslosigkeit“ gelitten oder ob sie bewusst die Pläne von Sozialdezernent Christian Geselle (SPD) verschwiegen hätten, der auf dem Schanze-Gelände an der Kohlenstraße die Einrichtung einer Großunterkunft für Flüchtlinge plant.

„Sollte Ersteres tatsächlich zutreffend sein, hätte Herr Sprafke aufs Schärfste protestieren müssen, da er als Wehlheider Ortsvorsteher unmöglich hinnehmen kann, derart über den Löffel balbiert zu werden“, sagt Wett. Wenn zudem nach Aussagen von Dezernent Geselle die Überlegungen für die Flüchtlingsunterkunft schon länger liefen, dann stelle sich zusätzlich auch die Frage, ob hier städtischen Mitarbeitern nicht ganz bewusst ein Maulkorb verpasst worden sei. „Dies ist alles absolut inakzeptabel“, sagt Wett. Die Bürger hätten ein Recht darauf, frühzeitig und umfassend informiert zu werden. „Der jetzt angerichtete Flurschaden ist immens, da solch ein Vorgehen die Ortsbeiräte schwächt und die Politikverdrossenheit fördert“, sagt Wett.

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