Wehlheiden: Justizministerium bewilligt neue Schutzkleidung

Bespuckt und beleidigt: Häftlinge greifen Knast-Mitarbeiter an

Kassel. Sie werden bespuckt und beleidigt. Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt Kassel I in Wehlheiden beklagen die zunehmende Respektlosigkeit und Dreistigkeit von Häftlingen.

Verbale Angriffe durch Inhaftierte gehörten mittlerweile zum Alltag, aber es komme auch vermehrt zu körperlichen Attacken. Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, bestätigt, dass es derzeit mehrere Ermittlungsverfahren gegen Häftlinge wegen des Verdachts der Beleidigung und Körperverletzung gibt. 

Laut Justizministerium haben die Körperverletzungen gegenüber den Mitarbeitern nicht zugenommen. In diesem Jahr seien bislang zwei angezeigt worden, im Vorjahr waren es vier. „Allerdings ist eine zunehmende Respektlosigkeit und Forderungshaltung von Gefangenen gegenüber den Bediensteten zu spüren. Dies ist ein bundesweites Phänomen. Ähnliche Diskussionen führen wir auch im Bereich von Polizei, Arbeitsagenturen, Schulen oder öffentlichen Verkehrsbetrieben“, sagt Justizministerin Eva Kühne-Hörmann.

Ein JVA-Beamter berichtet, dass es große Schwierigkeiten mit Häftlingen aus Nordafrika gibt. „Wenn man mit denen anständig umgeht, dann legen die das uns als Schwäche aus. Weibliche Bedienstete und Nordafrikaner, das passt gar nicht.“

Das Ministerium nimmt die Sorgen der Belegschaft offenbar sehr ernst. Anfang Juni hatte der Personalrat in Kassel kritisiert, dass es im Hafthaus vermehrt zu Einsätzen kommt, bei denen die Mitarbeiter Sicherheitskleidung tragen müssten, da die Gewaltbereitschaft seitens der Gefangenen wachsen würde. Die Schutzkleidung in der JVA l sei aber dermaßen verschlissen, dass sie nicht mehr schütze. Das Ministerium hat umgehend bewilligt, dass neue Schutzkleidung für über 10.000 Euro für die JVA I angeschafft wird, so der Sprecher des Justizministeriums, Rene Brosius.  

Rubriklistenbild: © Archivfoto: Schachtschneider/Charterflug Knabe

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