Busgesellschaft der Bahn ist nur noch Mieter

RKH bleibt noch ein Jahr auf Jägerkasernenareal

Die Tage sind gezählt: Die RKH wird 2016 ihre verbliebenen Linien in Nordhessen noch bedienen. Anschließend wird ein Investor auf dem Grundstück der ehemaligen Jägerkaserne ein großes Wohnbauprojekt realisieren. Foto: Ludwig

Kassel. Die Regionalverkehr Kurhessen (RKH) bleibt noch ein Jahr auf dem Gelände der ehemaligen Jägerkaserne an der Kasseler Bosestraße bestehen.

Die Bustochter der Bahn werde erst Ende 2016 aufgelöst, so ein Bahnsprecher. Allerdings sei die RKH nur noch Mieter auf ihrem ehemaligen Grundstück. Die Kasseler Immovation AG hatte das Areal gekauft, um dort bis zu 400 Wohnungen zu errichten. Wir hatten am Dienstag fälschlicherweise berichtet, die RKH löse ihren Firmensitz bereits Ende 2015 auf.

Es ist ein Abschied auf Raten für die 1988 gegründete RKH. In Spitzenzeiten beschäftigte sie etwa 700 Mitarbeiter und beförderte mit bis zu 750 Bussen jährlich 40 Mio. Fahrgäste in der Region. Mittlerweile sollen es nach Informationen aus der Mitarbeiterschaft nur noch etwa 100 Mitarbeiter sein. Diese sorgen dafür, dass die letzten Verträge der RKH noch erfüllt werden. Derzeit werden noch Linien im Bereich Waldeck-Frankenberg und Baunatal von der RKH bedient. Diese Verträge laufen Ende 2016 aus. Bereits 2008 hatte die RHK-Geschäftsführung entschieden, sich nicht mehr am Wettbewerb um Linien zu beteiligen und den Betrieb abzuwickeln. Die Begründung lautete, die RKH sei mit ihrem Tarifgefüge nicht mehr wettbewerbsfähig.

Seinerzeit hatte die Bahn mit der DB Busverkehr Hessen (BVH) ein neue Bustochter auf den Markt gebracht, deren Mitarbeiter zu schlechteren Konditionen angestellt wurden. Mit diesem Schritt wollte die Bahn sich im Wettbewerb um Konzessionen für Buslinien besser behaupten.

Den RKH-Mitarbeitern wurde angeboten, an anderer Stelle im Konzern der Deutschen Bahn weiterzuarbeiten. Es habe sich laut Aussage von Mitarbeitern etwa um Jobs als Zugbegleiter gehandelt. Eine Übernahme der RKH-Busfahrer in andere Bustochter-Unternehmen lehnte die Bahn ab. In diesem Fall hätten die Regelungen des Betriebsübergangs greifen können. Damit hätten die Mitarbeiter Bestandsschutz genossen.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.