Zwangsversteigerung im März

Schanze-Gelände an der Kohlenstraße soll Flüchtlingsheim werden

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Neu gebaut, aber seit Jahren ungenutzt: Mit baurechtlichen Ungereimtheiten und Mieter-Absprüngen stand das Vorhaben des Investors an der Kohlenstraße 132 unter keinem guten Stern. Jetzt kommt die Immobilie in die Zwangsversteigerung.

Kassel. Aus dem früheren Druckereigelände Schanze an der Kohlenstraße soll nach Plänen der Stadt Kassel eine Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 430 Flüchtlinge werden.

Entsprechende Vorbereitungen bestätigte Stadtkämmerer Christian Geselle gegenüber der HNA.

Zurzeit ist allerdings noch unklar, wem die Liegenschaft demnächst gehören wird. Für den 3. März ist beim Amtsgericht Kassel eine Zwangsversteigerung angesetzt.

Die Stadt steht nach Angaben Geselles im Gespräch mit zwei Interessenten, die das seit 2014 komplett sanierte, aber seither ungenutzte Gebäude als Flüchtlingsquartier betreiben wollen. Mit beiden Bewerbern sei die Stadt bereits bei kleineren Unterkünften im Geschäft.

Nach HNA-Informationen hat der Magistrat am vergangenen Montag schon einmal grünes Licht gegeben, dass ein fünfjähriger Betreibervertrag für das Schanze-Gelände abgeschlossen wird. Dies hat nach Angaben von Stadtkämmerer und Sozialdezernent Geselle (SPD) vorsorglichen Charakter: Falls einer der möglichen Betreiber den Zuschlag bei der Zwangsversteigerung erhalte, könne sogleich begonnen werden, das Grundstück für Flüchtlinge herzurichten. Dies wird laut Prognose der Stadt bis etwa Juli dauern.

Im Rathaus sei man an dem Gelände an der Kohlenstraße „schon länger dran“, sagte Geselle. Das Problem seien bislang die ungeklärten Eigentumsverhältnisse.

Ein Immobilienmakler aus der Region hatte das heruntergekommene Gelände 2010 erworben und sich jahrelang Zeit mit der Sanierung gelassen. Obwohl schließlich alles weitgehend fertig wurde, platzten mehrere Nutzungskonzepte, etwa mit einem Callcenter und einem Restaurant.

Eine vermutete Schadstoffbelastung des Gebäudes habe sich bei von der Stadt veranlassten Prüfungen nicht bestätigt, sagte Geselle. „Das ist natürlich zwingende Voraussetzung, wenn wir dort Menschen unterbringen wollen.“

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