Beim ersten Termin gab es keine Gebote

Schanze wieder unterm Hammer: Zwangsvollstreckung im Oktober

Steht seit Jahren leer: Die Druckerei Schanze an der Kohlenstraße in Wehlheiden. Archivfoto:  Malmus (nh)

Wehlheiden. Seit Jahren steht die ehemalige Druckerei Schanze an der Kohlenstraße leer. Jetzt könnte das sanierte Gebäude im Herbst einen neuen Eigentümer bekommen.

Denn nach Angaben von Matthias Grund, Sprecher des Amtsgerichts Kassel, findet am Donnerstag, 13. Oktober, der nächste Zwangsversteigerungtermin statt. Beim ersten Termin Anfang März dieses Jahres war das Gebäude nicht unter den Hammer gekommen, da niemand ein Gebot abgegeben hatte. Die Rechtspflegerin hatte vor vier Monaten mitgeteilt, dass mindestens 2,7 Millionen Euro (also 5/10 des festgesetzten Verkehrswertes von 5,4 Mio. Euro) geboten werden müssten.

Schuldner in dem Zwangsversteigerungsverfahren ist die Lohfeldener Immobilienmaklerfirma Kruse, die das Gebäude 2010 erworben und saniert hatte. Gläubiger sind die Bank für Sozialwirtschaft in Köln, die Stadt Kassel und das Land Hessen sowie Firmen, die noch auf ihr Geld warten. Es gibt Handwerker, die haben noch um die 100 000 Euro zu erhalten. Die ersten drei genannten Gläubiger betreiben das Vollstreckungsverfahren.

Die Zwangsversteigerung könnte noch abgewendet werden, wenn in der Zwischenzeit noch ein Käufer für die Immobilie gefunden wird.

Ob es Verhandlungen gebe, dazu könne man keine Angaben machen, sagte eine Sprecherin der Bank für Sozialwirtschaft am Donnerstag auf Anfrage und verwies auf das Bankgeheimnis.

Keinen Hehl daraus, dass er Interesse an der früheren Druckerei hat, machte vor Monaten noch der Kasseler Geschäftsmann Harald Eisenkolb aus Kassel (Firma EGI Eisenkolb Grundstücks-Immobilien mit Sitz in Heusenstamm). Seine Firma hatte bereits vor der ersten Zwangsversteigerung für die Immobilie eine Vormerkung im Grundbuch. Allerdings habe damals die Zeit nicht ausgereicht, um das Projekt unter Beteiligung aller Gläubiger „fachgerecht abzuwickeln“, sagt der Projektentwickler.

Keine Flüchtlingsunterkunft

Mittlerweile habe er kein Interesse mehr, so Eisenkolb. Er hatte den Plan, der Stadt Kassel das Gebäude als Unterkunft für Flüchtlinge zu vermieten. Diese Vorgaben hat sich mittlerweile aufgrund der sinkenden Zahlen von Flüchtlingen zerschlagen.

Nichtsdestotrotz unterstütze er die Kruses dabei, doch noch einen Käufer für die Immobilie mit einer Nutzfläche von knapp 4600 Quadratmeter zu finden, sagt Eisenkolb. Nach Angaben des Projektentwicklers gibt es derzeit Gespräche mit mehreren Interessenten, die in Kassel Räumlichkeiten suchen.

Die Zwangsversteigerung soll am Donnerstag, 13. Oktober, 9 Uhr, im Amtsgericht, Friedrichsstraße 32 bis 34, Sitzungssaal im 1. OG, Raum 130, stattfinden.

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