Stadt stellte Entwicklungskonzept für den alten Wehlheider Ortskern vor

Teilbebauung des Stockplatzes? Heftige Kritik für den Stadtbaurat

Seit Sommer 2014 gesperrt: Ein Bauzaun umgibt den Georg-Stock-Platz in Wehlheiden, weil dort Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden. Fotos: Konrad

Wehlheiden. Heftige Kritik an einer möglichen Teilbebauung des Georg-Stock-Platzes in Wehlheiden schlug Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) am Donnerstagabend entgegen.

Er und Volker Mohr, Leiter des Stadtplanungsamtes, hatten Geschäftsleute, Vertreter von Vereinen und des Ortsbeirats zu einem Startgespräch zur Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts für den „Alten Ortskern Wehlheiden“ inklusive des Stockplatzes sowie daran angrenzender Areale in die Bürgerräume eingeladen.

Der Stockplatz ist seit Sommer 2014 gesperrt, weil dort Bomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden. Nolda betonte, dass mit Beteiligung der Bürger räumliche und thematische Schwerpunkte erarbeitet werden sollen. Eine Investition in den Stockplatz sei nur vertretbar mit der Einbindung in ein Gesamtkonzept.

Dem widersprach Jan Hörmann von der CDU-Fraktion im Ortsbeirat. In anderen Stadtteilen sei auch in die Beseitigung von Blindgängern investiert worden. Außerdem stellte er klar: „Wir widersprechen einer Bebauung.“ Er forderte Nolda auf, bei dem Entwicklungskonzept eine Bebauung des Stockplatzes auszuschließen. Hörmann: „Dann hätten wir einen breiten Konsens für das Konzept.“ Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) bezeichnete das Konzept als Chance, mit Fördermitteln eine Entwicklung im alten Wehlheider Ortskern voranzubringen, die die Stadt allein nicht stemmen könne. Hörmann und Sprafke, die sich ein juristisches Scharmützel wegen Lügen-Vorwürfen hinsichtlich der Unterbingung von Flüchtlingen in der Druckerei Schanze liefern, gingen auf der Sitzung geschäftsmäßig miteinander um. Anke Bergmann (SPD) betonte, dass es zunächst darum gehe, die Ideen zu diskutieren.

„Die Wehlheider Kirmes darf auf keinen Fall Schaden nehmen“, forderte Klaus Hansmann (Grüne) und kritisierte die von der Stadt beabsichtigte Ausschreibung und Vergabe des Planungsauftrages an ein Planungsbüro in der Zeit von März bis April. Hansmann: „So ist noch nicht einmal eine Beteiligung des Ortsbeirats möglich.“ Nolda entgegnete, dass es sich dabei um rein technisches Verfahren handele.

Für einen Stockplatz ohne Bebauung sprachen sich auch viele der rund 40 eingeladenen Geschäftsleute und Vereinsvertreter aus. „Die Wehlheider Kirmes ist an den Ortskern gebunden - wir brauchen dringend eine Lösung“, forderte Dirk Reimann, Vorsitzender der Kirmesgemeinschaft.

Viele wiesen daraufhin, dass aufgrund der hohen Verkehrsdichte am Wehlheider Kreuz und auf der Kohlenstraße die Gestaltungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt seien. Außerdem liege der Stockplatz in einer Frischluftschneise.

Das Konzept soll auf jeden Fall den alten Ortskern Wehlheiden beinhalten. Der umfasst das Gebiet, das von der Kohlenstraße, Wittrockstraße, Wilhelmshöher Allee, Gräfestraße und Schönfelder Straße eingegrenzt wird. Außerdem könnten weitere Bereiche südlich der Kohlenstraße und östlich der Schönfelder Straße einbezogen werden.

Stadt setzt auf Fördergeld

Sondierung und Beseitigung der Blindgänger auf dem Stockplatz würden die Stadt laut Nolda mindestens 250 000 Euro kosten - zu viel für den städtischen Haushalt. Deshalb schwebt der Stadt ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept für den gesamten Alten Wehlheider Ortskern nach dem Vorbild der Umgestaltung der Friedrich-Ebert- und Goethestraße im Vorderen Westen vor. Denn dieses Konzept ist die Voraussetzung für eine finanzielle Förderung vom Land. Für ein Bürgerbeteiligungsverfahren zur Erstellung eines solchen Konzepts sind im Haushalt 70 000 Euro veranschlagt. Viele befürchten, dass daraus eine Teilbebauung des Stockplatzes resultieren könnte.

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