Auseinandersetzung eskaliert

Flüchtlinge in ehemaliger Druckerei: CDU wirft Verantwortlichen Lügen vor

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Kassel. Die Nachricht, dass die ehemalige Druckerei Schanze an der Kohlenstraße eine Flüchtlingsunterkunft werden soll, sorgt knapp vier Wochen vor der Kommunalwahl für eine Eskalation in Wehlheiden und im Rathaus.

Jan Hörmann, Vorsitzender der CDU Wehlheiden, unterstellt Ortsvorsteher Norbert Sprafke (SPD) und Ute Pähns, Leiterin des Sozialamts, in der Flüchtlingsfrage gelogen zu haben. Die beiden weisen das strikt zurück.

Wie die HNA berichtet hatte, soll auf dem ehemaligen Schanze-Grundstück nach Plänen der Stadt Kassel eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge entstehen. Laut Auskunft des SPD-Stadtkämmerers Christian Geselle (SPD) ist man an dem in Wehlheiden gelegenen Gelände „schon länger dran“.

Norbert Sprafke

Diese Aussage verwundert die CDU Wehlheiden. Bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung am 27. Januar habe Ortsvorsteher Sprafke auf eine konkrete Nachfrage von Bürgern nach einer Nutzung des Geländes für Flüchtlingsunterkünfte geantwortet, dass Schanze kein Thema für eine Flüchtlingsunterkunft sei. Dies habe auch die anwesende Leiterin des Sozialamtes der Stadt bekräftigt, so Hörmann. Es liege nahe, dass sowohl Sprafke als auch Pähns die Bürger bei diesem sensiblen Thema angelogen hätten.

Ute Pähns

Es sei völlig abwegig, dass Sprafke und Pähns von den seit Längerem laufenden Gesprächen zwischen Stadt und Investoren nichts gewusst haben wollen, so der Christdemokrat. Offene und transparente Kommunikation sei bei diesen Fragen aber dringend geboten. Nur so lasse sich sicherstellen, dass die Willkommenskultur für Flüchtlinge in Wehlheiden auch zukünftig erhalten bleibe. Sprafke und Pähns hätten dieser leider einen Bärendienst erwiesen.

„Ich weise vehement zurück, dass ich von den Plänen für die Flüchtlingsunterkunft etwas gewusst habe“, sagt Sprafke auf Nachfrage der HNA. Hörmann müsse als Rechtsanwalt wissen, was es für Konsequenzen haben könne, wenn er so etwas verbreite. „Wir werden uns vor dem Kadi sehen“, sagt Sprafke.

Sozialamtsleiterin Pähns habe auf Anfrage eines Bürgers in der Sitzung nur erklärt, dass man an verschiedenen Standorten nach geeigneten Liegenschaften Ausschau halte und mehrere Objekte prüfe, so Sascha Stiebing, Sprecher der Stadt. Oftmals sei dies aufgrund ungeklärter Eigentumsverhältnisse aber recht schwierig.

Auch Kämmerer Geselle weist die Behauptungen von Hörmann zurück. „Es ist eine Frechheit, wenn meine Sozialamtsleiterin als Lügnerin dargestellt wird.“

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