Bank für Sozialwirtschaft muss entscheiden, ob Gebot für Druckerei ausreicht

Zwangsversteigerung der früheren Druckerei: 2,9 Mio. Euro für Schanze

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Gibt es bald einen neuen Eigentümer? Die Mietgrund Immobilien GmbH & Co.KG aus Kassel hat 2,9 Millionen Euro für die ehemalige Druckerei Schanze an der Kohlenstraße geboten. 

Wehlheiden. Ob die ehemalige Druckerei Schanze im Kasseler Stadtteil Wehlheiden bald einen neuen Eigentümer hat, das wird in zwei Wochen eine Rechtspflegerin des Amtsgerichts Kassel verkünden.

Bis dahin muss sich die Bank für Sozialwirtschaft in Köln als Gläubigerin entscheiden, ob sie ein Angebot in Höhe von 2,9 Millionen Euro annimmt, das am Donnerstagmorgen für die Immobilie an der Kohlenstraße abgegeben wurde. 

„Es geht hier nicht zu wie bei Ebay“, sagte die Rechtspflegerin mit Blick darauf, dass mit Ende der Bietungsstunde noch kein neuer Eigentümer endgültig feststeht.

Bei dem Bieter, der vorerst den Zuschlag bekommen hat, handelt es sich um die Mietgrund Immobilien GmbH & Co.KG aus Kassel, die von Geschäftsführer Matthias Zaremba in dem Gerichtssaal vertreten wurde. Außer ihm hatte nur ein weiterer Interessent ein Gebot für die frühere Druckerei abgegeben. Das lag mit zwei Millionen Euro aber deutlich unter der Mindestsumme von 2,7 Mio. Euro, die bei dem zweiten Zwangsversteigerungstermin allein aus Sicht des Gerichts geboten werden musste.

Ob die 2,9 Mio. Euro ausreichen, muss die Bank für Sozialwirtschaft nun prüfen. Ansonsten käme es zu einem dritten Versteigerungstermin, bei dem es keine Wertgrenze mehr für die Immobilie gibt. Ein Gutachter war zu dem Ergebnis gekommen, dass das Areal einen Verkehrswert von 5,4 Mio. Euro hat.

Die Zeichen für eine Einigung scheinen aber nicht schlecht zu stehen: Der Hamburger Anwalt Jürgen Ernst, der die Bank vertritt, verhandelte am Donnerstagmorgen mehrfach mit Geschäftsführer Zaremba auf dem Flur vor dem Gerichtssaal, um eine Einigung zu erreichen. Allerdings wollte sich Zaremba noch nicht darauf festlegen, was Mietgrund Immobilien für Pläne mit der ehemaligen Druckerei hat. „Ideen haben wir, wir müssen uns aber erst mit der Bank einig werden.“

Schuldner in dem Zwangsversteigerungsverfahren ist die Lohfeldener Immobilienmaklerfirma Kruse, die das Gebäude 2010 erworben und saniert hatte. Neben der Bank für Sozialwirtschaft sind die Stadt Kassel sowie weitere Firmen Gläubiger in diesem Verfahren.

Wenig Hoffnung

Einer davon ist Alexander Pirr aus Fritzlar, dessen Firma bei der Sanierung des Gebäudes für die Elektrotechnik zuständig gewesen ist. Er habe noch über 100.000 Euro zu bekommen, so Pirr. Allerdings geht er nicht mehr davon aus, dass er diese Außenstände eintreiben kann, wenn es zur Einigung zwischen der Bank und dem Bieter kommt. Es sei schon tragisch, dass „der kleine Handwerker so leiden muss“, sagt Pirr.

Die Rechtspflegerin verkündet am Donnerstag, 27. Oktober, 8.55 Uhr, Zimmer 130, Friedrichsstraße 32, ob die Bank und der Bieter sich geeinigt haben.

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