Flüchtlingsunterkunft geht Ende nächster Woche außer Betrieb

Erstaufnahme an Druseltalstraße schließt - Lohfelden ist im Juni dran

Flüchtlingsunterkunft vor Auflösung: Die Erstaufnahme im ehemaligen Veterinäruntersuchungsamt soll Ende nächster Woche schließen. Noch sind dort 91 Menschen untergebracht. Foto: Hedler

Kassel. Jetzt steht auch der Schließungstermin für die Erstaufnahme an der Druseltalstraße fest: Die Unterkunft wird Ende nächster Woche, am 27. Mai, außer Betrieb gehen.

Das bestätigte das Regierungspräsidium Kassel auf Anfrage der HNA. Auch für die Erstaufnahme in Lohfelden gibt es inzwischen ein Datum. Diese soll bis 6. Juni auslaufen. Der Standort bleibt aber als Reserve erhalten, falls die Flüchtlingszahlen wieder steigen.

Standort Marbachshöhe

In dem Gebäude des ehemaligen Veterinäruntersuchungsamts an der Druseltalstraße auf der Marbachshöhe sind derzeit 91 Flüchtlinge untergebracht. Die Bewohner sollen Ende nächster Woche in die Unterkunft in Niederzwehren verlegt werden. Diese ist dann die einzige verbleibende Erstaufnahme des Landes Hessen im Kasseler Stadtgebiet.

Wie berichtet, hatte zum vergangenen Wochenende die Unterkunft in der ehemaligen Lüttich-Kaserne an der Johanna-Vogt-Straße geschlossen. Bereits Anfang April war der Standort auf dem Gelände der Landesfeuerwehrschule aufgelöst worden. In beiden Fällen hatte das Land Hessen die Beteiligten nur wenige Tage vor der Schließung informiert.

Diesmal wusste der Betreiber der Erstaufnahme an der Druseltalstraße - der DRK-Kreisverband Hofgeismar - immerhin zwei Wochen vorher Bescheid. Man habe am Freitag eine erste Information erhalten, am gestrigen Dienstag sei die offizielle Bestätigung eingegangen, sagte Holger Gollers, stellvertretender Geschäftsführer des DRK Hofgeismar.

Dass bald Schluss sein würde, wisse man ja bereits seit einigen Wochen. Vor knapp einem Monat hatte das Sozialministerium sein landesweites Standortkonzept für die Erstaufnahmen vorgestellt - inklusive der beabsichtigten Schließungen.

Man werde sich bemühen, zumindest einen Teil der 16 Mitarbeiter beim DRK weiterzubeschäftigen, sagte Gollers. Leider werde man nicht allen etwas anbieten können, die entsprechenden Verträge laufen zu Ende Juni aus. Die Enttäuschung unter den Mitarbeitern sei groß, berichtete gestern Alexander Jeppe, Leiter der Unterkunft an der Druseltalstraße. Auch er verliert mit der Schließung seinen Job. Alle seien mit Herzblut bei der Sache gewesen: „Wir sind wie eine Familie hier.“ Neben den DRK-Mitarbeitern sind 27 Bedienstete einer Sicherheitsfirma, sechs Dolmetscher und ein Cateringdienst in der Unterkunft tätig. Auch 20 Ehrenamtliche bringen sich ein.

Für die Bewohner werde man sich um einen guten Übergang bemühen. „Eineinhalb Wochen sind da ein guter Vorlauf“, sagt der Einrichtungsleiter.

Standort Lohfelden

Noch etwas mehr Zeit bleibt für die Erstaufnahme in Lohfelden: Sie soll bis 6. Juni geschlossen werden. Derzeit sind in dem ehemaligen Hornbach-Gartenmarkt 135 Flüchtlinge untergebracht. Die Anfang Juni verbleibenden Bewohner sollen nach Angaben des Regierungspräsidiums in die Erstaufnahme in Calden kommen. Die Unterkunft wird nicht abgebaut, sie soll bei künftigen Engpässen innerhalb kurzer Zeit wieder aktiviert werden.

Hintergrund: Drei Standorte bleiben

Das Standort-Konzept des Landes Hessen sieht vor, dass von den zuletzt acht Erstaufnahmen in Stadt und Kreis Kassel drei erhalten bleiben. Das sind:

• Niederzwehren, Bereitschaftspolizeigelände (aktuell 288 Bewohner, Kapazität: 600 Plätze)

• Calden, alter Flugplatz (257 Bewohner, aktuelle Kapazität: 500 Plätze, Ausbau auf 1500 Plätze geplant)

• Fuldatal-Rothwesten, Fritz-Erler-Anlage (243 Bewohner, 500 Plätze).

In den Erstaufnahmen bleiben die Asylbewerber einige Wochen, bis sie auf kommunale Unterkünfte weiterverteilt werden.

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