Ende März beginnen die Arbeiten

Vier-Millionen-Euro-Spritze für die Wasserspiele: Kaskaden werden saniert

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Das erste Gerüst steht schon: Ab Ende März sollen die Kaskaden für vier Millionen Euro saniert werden. Die Arbeiten an der Neptungrotte (vorn im Bild) beginnen im September.

Kassel. Noch liegen Schneereste im Bergpark, aber schon bald sollen Gerüste an den Kaskaden aufgebaut werden. Ende März beginnt die Sanierung der großen Treppen, über die seit Jahrhunderten das Wasser rauscht.

Dafür stehen jetzt vier Millionen Euro zur Verfügung, die der Bund aus Mitteln des Programms Nationale Projekte des Städtebaus zugesagt hat. Ohne den Welterbestatus hätte Kassel diese Finanzspritze nicht bekommen.

Die sorgt dafür, dass die maroden Kaskaden jetzt in einem Rutsch bis zum Juni 2017 komplett saniert werden können. Die Arbeiten seien dringend nötig, sagt Prof. Bernd Küster, der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK).

Nasse Füße

Zuletzt hätten Besucher, die dem Lauf des Wassers folgten, an den Kaskaden oft nasse Füße bekommen. Das Wasser sei nicht nur über den Rand gespritzt, sondern durch undichte Stellen zwischen den Steinen gesickert. Deshalb musste ohnehin etwas geschehen. „Die Mittel aus dem Bundesprogramm kommen uns sehr gelegen“, sagt Küster. So könne man weitere Schäden vermeiden, die die Kosten für die Instandsetzung in die Höhe getrieben hätten.

Attraktion weiter in Betrieb

Trotz der anstehenden Arbeiten werden die Wasserspiele für die Besucher weiter zugänglich sein. Allerdings mit Einschränkungen. Der von unten aus gesehen linke Weg neben den Kaskaden wird weiterhin geöffnet sein, der rechte ist gesperrt.

Bernd Küster

Während die Wasserspiele normalerweise vom 1. Mai bis zum 3. Oktober geht, ist die Saison in diesem Jahr an den Kaskaden bereits ab September zu Ende. Dann beginnen die Arbeiten an der großen Neptungrotte, dem Abschluss der barocken Wasserspiele.

Trotzdem geht die Saison weiter. Die Wasserversorgung für den unteren Teil ab dem Steinhöfer Wasserfall lässt sich separat steuern. Die romantischen Wasserspiele (siehe Artikel unten) werden bis zum 3. Oktober laufen.

Ab dem 3. Juni 2017, dem internationalen Welterbetag, sollen die barocken Wasserspiele über die Kaskaden wieder zu sehen sein. Die Sanierung der übrigen Wasserläufe dauert bis 2018.

Premiere war im Juni 1714

ie Wasserkünste im Bergpark sind in unterschiedlichen Phasen entstanden. Der barocke Teil umfasst die 320 Meter lange Strecke unterhalb von Herkules und Oktogon mit den Kaskaden. Beginn ist an der Vexierwassergrotte, Ende im Neptunbecken.

Dieser Teil der Wasserspiele war am 3. Juni 1714 erstmals in Betrieb. Bauherr war damals Landgraf Karl, der seinen italienischen Architekten Giovanni Guerniero mit der Umsetzung beauftragte.

Gut 70 Jahre später ließ Landgraf Wilhelm IX. (der spätere Kurfürst Wilhelm I.) die Wasserspiele erweitern. Die entstanden unter der Federführung des Gartenarchitekten Heinrich Christoph Jussow.

Zu den romantischen Wasserspielen gehören der Steinhöfer Wasserfall, die Teufelsbrücke und das Aquädukt. Zum Abschluss steigt die große Fontäne auf 50 Meter in die Höhe. Die Wasserspiele funktionieren heute noch genauso wie im 18. Jahrhundert ohne Pumpen ausschließlich durch das Gefälle im Park. Das war ein wesentlicher Grund für die Anerkennung als Weltkulturerbe. (tos)

Start der Wasserspielsaison ist am 1. Mai, Ende am 3. Oktober.

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