Kasseler Student hat Info-Film über die Wasserspiele gemacht 

Wasserspiele als Trickfilm: Der Herkules erklärt das Weltkulturerbe

Kassel. Herkules ist von seinem Sockel hoch über Kassel herabgestiegen und zum Trickfilm-Held geworden. Animiert dazu hat ihn Felix Kramer.

Der Student der Kasseler Kunsthochschule hat im Auftrag der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) einen Zeichentrickfilm über die Wasserspiele gemacht. Herkules persönlich erklärt darin die Geschichte und Funktionsweise des über 300 Jahre alten Wasserspektakels. Für die technischen Details springt der einstige Baumeister Giovanni Franceso Guerniero ein – mit italienischem Akzent parlierend wie man es vom Pizzabäcker um die Ecke kennt. Auch praktische Informationen für Besucher des Weltkulturerbes vermittelt der viereinhalbminütige Film, der bei Youtube im Internet abgerufen werden kann. Sogar eine Version mit englischen Untertiteln gibt es.

Es ist bereits der zweite Auftrag des Kasseler Nachwuchsfilmers für die MHK. In einem originellen Kurzfilm hatte Felix Kramer bereits vergangenes Jahr neugierig auf die Cranach-Ausstellung im Schloss Wilhelmshöhe gemacht. „Trickfilm-Journalismus“ nennt der 29-Jährige aus Kassel das: „Meine Figuren sind wie Reporter, die dem Zuschauer etwas erklären.“ Dabei lasse er sich von seinen eigenen Fragen als Laie leiten, erklärt Kramer, der in der Trickfilmklasse von Martina Bramkamp und Thomas Meyer-Hermann studiert. So vermitteln die Filme ihr Thema verständlich und auch witzig – etwa wenn das bekannte Cranach-Porträt von Martin Luther zu sächseln beginnt.

Einfachheit und Klarheit prägen auch den Zeichenstil Kramers, der gebürtig aus Bergheim am Edersee stammt und schon als Kind gern Comics zeichnete. Aufwändige 3D-Animationen, die heute die Kino-Landschaft dominieren, reizen ihn nicht. „Mir gefällt das Handgemachte“, sagt er.

Viel Arbeit steckt aber auch in seinen am Computer gezeichneten Filmen, die Kramer selbst vertont. Viereinhalb Minuten Film bedeuten etwa zwei Monate Arbeit. Mehrere Tausend Bilder hat er dafür auf seinem digitalen Block gezeichnet. Am meisten Spaß macht dem Trickfilmer, der auch ausgebildeter Schauspieler ist, das Einsprechen der Texte. Das steht für den Kasseler am Anfang des kreativen Prozesses: „Bevor ich den ersten Strich mache, brauche ich das sprachlich-musikalische Metrum.“ Beim Zeichnen bekommt der Herkules dann gleich die passenden Mundbewegungen zum Gesagten.

Selbst auf der Bühne steht Felix Kramer, der im Kasseler Brachland-Ensemble noch hinter den Kulissen engagiert ist, derzeit nicht mehr. Er lässt als Trickfilmregisseur lieber selbst die Figuren tanzen. In seiner Wohnung an der Kölnischen Straße – die übrigens Herkulesblick hat – arbeitet Felix Kramer übrigens schon am nächsten Film mit seinem kupfergrünen Helden: Mit gelbem Helm auf dem Kopf wird der Herkules darin über die Baustellen im Bergpark informieren.

www.félix.de

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