"Der Hype ist vorbei"

Weniger Jugendliche mit Alkoholvergiftung in Stadt und Kreis Kassel

Kassel. Die Zahl jugendlicher Komasäufer in Stadt und Landkreis ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen. Insgesamt 92 Kinder und Jugendliche wurden 2014 wegen einer Alkoholvergiftung stationär in einem Krankenhaus in der Region Kassel behandelt.

43 waren es in der Stadt und 49 im Landkreis. 2013 wurden insgesamt noch 127 Rauschtrinker zwischen zehn und 20 Jahren gezählt.

Die Zahlen des Statistischen Landesamtes enthalten jedoch auch eine besonders besorgniserregende Beobachtung: neun Jungen und Mädchen mit Alkoholvergiftung aus der Region Kassel waren erst zwischen zwischen zehn und 15 Jahren alt. Deutlich zurückgegangen ist die Zahl der in der Kinderklinik des Klinikum Kassel versorgten Notfälle durch Alkoholvergiftung. Hier waren es im vergangenen Jahr nur noch halb so viele, nämlich 51 Patienten unter 16 Jahren.

„Der Hype ist vorbei, es stabilisiert sich auf einem niedrigen Niveau“, zeigt sich Dr. Thomas Fischer, Chefarzt der Kinderanästhesie und Intensivmedizin am Klinikum erleichtert. Meist sei es der Konsum von Wodka, der dazu führe, dass Kinder und Jugendliche in schlimmen Fällen auch auf der Intensivstation landen. Die Jugendlichen könnten die Wirkung des hochprozentigen Alkohols nicht einschätzen, die plötzlich einsetze und dann lange anhalte. In manchen Fällen seien auch Drogen dabei gewesen, schildert Fischer.

Ingesamt sei der deutliche Rückgang jugendlicher Komasäufer, die in die Kasseler Kinderklinik eingeliefert werden, aber Zeichen einer guten Entwicklung. Hier hätten Aufklärungskampagnen beispielsweise der Drogenhilfe Erfolge gezeigt. Damit sich die positive Entwicklung beim Rausch-Trinken fortsetzt, bleibe die weitere Alkoholprävention unverzichtbar, betont auch Ernst Jürgen Braun, von der DAK-Gesundheit in Kassel, die die Zahlen des Statistischen Landesamtes jetzt vorlegte. 

Rubriklistenbild: © Symbolbild: picture-alliance/ dpa

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