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"Wichtiges bleibt unklar" - Kommentar zur Anklage gegen HNA-Redakteure

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Von: Bastian Ludwig

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Kassel. Zwei HNA-Redakteure mussten sich vor dem Kasseler Amtsgericht verantworten. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Die Journalisten hätten aus Ermittlungsakten der Kasseler Staatsanwälte zitiert. Am Donnerstag wurde das Verfahren eingestellt. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Bastian Ludwig.

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Bastian Ludwig

Das Verfahren gegen zwei HNA-Redakteure, die aus Ermittlungsakten zitierten, ist „wegen Geringfügigkeit eingestellt“. Keinesfalls geringfügig ist hingegen der Mord im Kasseler Gefängnis, der Auslöser der gestrigen Verhandlung war. Obwohl die Tat anderthalb Jahre her und das Verfahren ohne Konsequenzen für die JVA abgeschlossen ist, gibt es mehr Fragen als Antworten.

Zum Beispiel diese: Wie kann es sein, dass ein als psychisch krank und gefährlich geltender Mann in die JVA Kassel kommt und sich dort niemand der Gefahr bewusst wird? Dabei war in dessen Akten zu lesen, dass er in anderen Gefängnissen besonders gesichert wurde. In Kassel passierte das Gegenteil: Er landet in einer Gemeinschaftszelle.

Oder diese Fragen: Warum übersah der

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Gefängnisarzt bei der Leichenschau die eindeutigen Anzeichen einer Gewalttat? Warum ging niemand den Hinweisen von Mitgefangenen nach, die Schreie aus der Zelle des Opfers gehört hatten? Diese Fragen werden wohl für immer offen bleiben. Um gar nicht erst den Eindruck entstehen zu lassen, hinter Gefängnismauern würden für die Menschen andere Gesetze gelten als davor, wäre eine restlose Aufklärung nötig gewesen. bal@hna.de

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