2016 könnten schon Bagger rollen

Campus-Gelände in Wolfsanger: Wohnprojekt speckt ab

Künftiges Wohnquartier: Die Halle auf dem ehemaligen Campusgelände ist bereits abgerissen, die Bäume mit Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde sind gefällt. Am „Schmalen Weg“ (im Hintergrund) sollen nur noch vier statt fünf Häuser gebaut werden. Foto:  Dilling / Repro: BAS

Kassel. Die Wogen schlugen hoch, als die Stadt im April die Pläne eines Hamburger Investors für eine Wohnbebauung des ehemaligen, inzwischen abgerissenen Sportparks Campus vorstellte.

Ortsbeirat und Anwohner lehnten das Projekt damals ab. Es sei einfach zu groß. Die dichte Bebauung passe nicht in das umgebende Wohnquartier. Nun ist das Projekt deutlich abgespeckt worden und hat eine wichtige Hürde genommen: Der Ortsbeirat hat dem Vorhaben während seiner jüngsten Sitzung zugestimmt.

Wenn die nötigen Änderungen des Bebauungsplans reibungslos durch Ausschüsse, Magistrat und Stadtverordnetenversammlung gehen, könnten bereits im kommenden Sommer die Bagger rollen.

Ursprünglich sollten in dem Neubaugebiet zwischen Wolfsanger und der Hasenhecke rund 100 Wohneinheiten in Häusern mit bis zu drei Vollgeschossen errichtet und das Areal terrassiert werden. Nun werde nur noch mit zwei Vollgeschossen gebaut, statt rund 100 gebe es nur noch 72 Wohneinheiten, berichtete Holger Möller vom Kasseler Planungsbüro BAS, das das städtebauliche Konzept erarbeitet hat, während der Sitzung.

Die Tiefgaragen würden von drei auf eine reduziert, die Zahl der Stellplätze von rund 150 auf 108. Damit kommt der Investor dem Ortsbeirat in einem wichtigen Punkt entgegen. Das Gremium hatte befürchtet, dass der Verkehr in dem Viertel überhandnimmt. Im Campus-Wohngebiet selbst sollen keine Autos rollen. Mitten hindurch soll ein für alle zugänglicher Weg entstehen.

Die Bebauungsdichte sei jetzt ähnlich wie in der Umgebung, sagte Marie-Ann Rox vom Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz. Nur Ortsbeiratsmitglied Aloys Zumbrägel (CDU) war das noch zu viel. Er befürchtet zusätzlichen Verkehr. „Das geht alles über den Wolfsgraben“, sagte Zumbrägel.

Dem Ortsbeirat dürfte das Ja zu dem Bauprojekt leichter gefallen sein, da die Stadt ihre Bereitschaft bekundet hat, alternativ drei städtische Flächen an der Grundschule Wolfsanger für den späteren Bau einer Sporthalle zu reservieren. Der Ortsbeirat hatte dafür bislang das Campus-Gelände in den Blick genommen.

Auf Initiative der SPD-Fraktion sprach sich das Gremium für einen Standort am Höheweg im Bereich der alten Ziegelei am Triftweg aus und forderte den Magistrat auf, die Bebaubarkeit verbindlich zu prüfen. Eine Teilüberbauung des Bolz- und Festplatzes, wie sie die Stadt alternativ ins Spiel gebracht hatte, lehnte das Gremium dagegen ab.

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