Verunsicherung in der Nachbarschaft

Massenschlägerei auf der Hasenhecke: Jagd ging durchs halbe Viertel

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Am Ort des Geschehens: Noch immer liegen die genauen Hintergründe der Massenschlägerei auf der Hasenhecke im Dunkeln.

Kassel. Noch immer gibt die Massenschlägerei auf der Hasenhecke Rätsel auf. Während die Polizei erste Vernehmungen vornimmt, herrscht in der Nachbarschaft Verunsicherung.

Die Angst, dass aus dem Viertel ein sozialer Brennpunkt werden könnte, ist groß.

Am Montagabend, gegen 22.15 Uhr, hatten sich dort ein 20-jähriger Lohfeldener und seine Ex-Freundin zu einer Aussprache treffen wollen. Dazu kam es aber nicht. Auf offener Straße wurden der junge Mann und seine drei Begleiter von acht bis zehn Personen angegriffen, mit Schlagringen malträtiert und durch das halbe Viertel gejagt.

Vier Tage später herrscht Verunsicherung in der Nachbarschaft. „Die Leute befürchten, dass die Hasenhecke wieder in Verruf gerät“, sagt einer der Anwohner. Er will wie alle Anderen, die wir befragt haben, anonym bleiben.

Man habe ein ungutes Gefühl, abends alleine auf die Straße zu gehen, gesteht eine ältere Frau. Es sei lange ruhig gewesen im Viertel. Damit könnte es nun vorbei sein. Die Geschehnisse, so scheint es, haben bei den Anwohnern Spuren hinterlassen.

Eine Frau, die seit 20 Jahren im Viertel wohnt, erzählt, wie sie mit ihrem Mann am Montagabend ferngesehen habe, als draußen plötzlich Schreie zu hören waren. „Mein Mann sagte dann, das hört sich an, als würde jemand gejagt.“ Sie ergänzt: „Seien wir doch mal ehrlich, die Gegend wird zum sozialen Brennpunkt.“

Wer die Täter sind und welche Verbindung zwischen der Hetzjagd und dem Beziehungsstreit besteht, davon scheinen die Anwohner jedoch nichts zu wissen. Oder sie schweigen darüber. „Ich habe damit nichts zu tun“, ist eine häufige Antwort.

Doch nicht alle wollen sich von der Gewalt einschüchtern lassen. Eine ältere Frau, die erst seit Mai im Viertel wohnt, hat das „fürchterliche Geschrei und den Krach“ am Montag ebenfalls gehört und sogar gesehen, wie die Opfer von ihren Verfolgern an ihrem Haus vorbei in Richtung Stonsbreite getrieben wurden. Doch sie fühle sich nach wie vor wohl in der Gegend. Sie habe kein Problem mit ihren Nachbarn und die Jugendlichen aus dem Viertel würden ihr häufig beim Tragen der Einkäufe helfen. Der Umzug, sagt sie, sei die beste Entscheidung ihres Lebens gewesen.

Nachdem in der Zwischenzeit ein Zeugenhinweis eingegangen sei, will die Polizei in den nächsten Tagen mehrere Verdächtige vernehmen. Man sei optmistisch, so Pressesprecher Matthias Mänz, die Täter bald identifizieren zu können.

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