Verbraucherzentrale will sich des Falls annehmen

Aus 318 wurden 20 Euro: Kasselerin fühlt sich von Online-Ankauf-Portal betrogen

Kassel. Auf Freude folgte Ernüchterung: Als die Kasseler Studentin Rebecca Meier ihren Laptop beim Online-Ankaufportal „Ankauf-Alles.de“ anbot, war sie zunächst begeistert.

Für ihren kaum benutzten Laptop der Marke Medion erhielt sie von der Firma ein Ankaufsangebot von 318 Euro. Weil der Neupreis des Geräts, das noch zwei Jahre Garantie hat, bei 400 Euro gelegen hatte, überlegte sie nicht lange. Sie verpackte den Laptop und schickte ihn zu der in Berlin ansässigen Firma.

Nach zwei Wochen erhielt die Studentin eine E-Mail von Ankauf-Alles.de. In dieser hieß es, dass ihr eingesandter Laptop mittlerweile durchgecheckt worden sei. Ihr könnten nun 20 Euro für den Ankauf angeboten werden – die 318 Euro seien lediglich ein unverbindlicher Ankaufspreis gewesen, wie in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nachzulesen sei.

Die 22-Jährige traute ihren Augen nicht und schrieb zurück, ob es sich bei den 20 Euro möglicherweise um einen Tippfehler handeln könnte. „Ich dachte erst, die meinen vielleicht 200 Euro“, sagt Meier. Auf die E-Mail hin wurde das Angebot noch leicht verbessert: Nun bot Ankauf-Alles.de 35 Euro für den Medion-Laptop.

Verlockendes Angebot: Auf Ankauf-Alles.de wurden der Kasseler Studentin zunächst 318 Euro für ihren Laptop in Aussicht gestellt.

Als die Studentin abermals nachhakte, wie bei einem fast neuwertigen Gerät so ein geringer Preis zustande komme, wurde ihr schriftlichmitgeteilt, sie könne das Gerät auch wieder zurückgeschickt bekommen. Dies koste allerdings 39,99 Euro Versand- und Überprüfungspauschale, die sie zuvor überweisen müsse.

Schließlich wandte sich Meier an die Verbraucherzentrale, die sich nun ihres Falles annehmen wolle. Aber auch von Ankauf-Alles.de wurde sie erneut angeschrieben: Wenn sie nicht innerhalb von sieben Tagen die 39,99 Euro Versand- und Überprüfungspauschale überweise, dann gehe der Laptop in das Eigentum der Firma über.

Auf eine HNA-Anfrage äußerte sich die Berliner Firma gestern nicht. Die telefonische Hotline war dauerhaft besetzt.

Die Verbraucherzentrale hat Ankauf-Portale im Internet stichprobenartig getestet. Sie fand bei einem Test heraus, dass der Verkauf von Elektrogeräten über E-Bay oder ohne Zwischenhändler in der Regel höhere Erlöse abwerfe. Die Portale böten teilweise nur Mini-Beträge.

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