Vor allem Algerier und Marokkaner begehen Straftaten

Zahl der Flüchtlinge in U-Haft hat sich verdoppelt

Endstation Gefängnis: Auch in der Justizvollzugsanstalt in Wehlheiden sitzen Untersuchungshäftlinge ausländischer Herkunft. Dort sind zurzeit fünf Flüchtlinge inhaftiert. Zwei kamen aus dem Jugendgefängnis in Wiesbaden.
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Endstation Gefängnis: Auch in der Justizvollzugsanstalt in Wehlheiden sitzen Untersuchungshäftlinge ausländischer Herkunft. Dort sind zurzeit fünf Flüchtlinge inhaftiert. Zwei kamen aus dem Jugendgefängnis in Wiesbaden.

Kassel/Wiesbaden. Die Zahl der Einwanderer, die sich in einem hessischen Gefängnis in Untersuchungshaft befinden, hat sich seit November 2015 mehr als verdoppelt.

Das erklärt René Brosius, Sprecher des hessischen Justizministeriums, auf HNA-Anfrage. In der JVA Wehlheiden sind zurzeit fünf Flüchtlinge inhaftiert.

Seit Ende November 2015 sei in Hessen die Zahl von 49 auf 109 Flüchtlinge in U-Haft angestiegen. Insgesamt sitzen in Hessen derzeit 1100 Menschen in Untersuchungshaft. Der Anteil der Flüchtlinge liegt also bei rund zehn Prozent. Hessenweit sei besonders die Zahl der Tatverdächtigen aus Algerien und Marokko stark angestiegen. Derzeit sitzen 56 Menschen aus Algerien in U-Haft, im November waren es 27. Die Zahl der Marokkaner kletterte von drei auf elf.

Die Delikte umfassen die ganze Palette der Straftaten. Bei den Tatvorwürfen führen Diebstahl/Betrug mit 57 Fällen (im November/Dezember waren es noch 27), gefolgt von Raub (14 Fälle) und Körperverletzung (zwölf). Sieben Häftlinge sitzen wegen eines Tötungsdelikts in U-Haft.

Zum Teil wird bei Flüchtlingen U-Haft auch wegen verhältnismäßig geringfügiger Straftaten (etwa Diebstahl) angeordnet, weil die Asylsuchenden oft keinen festen Wohnsitz haben und von den Haftrichtern Fluchtgefahr unterstellt wird. Ein Platz in der Erstaufnahme gilt in der Regel nicht als fester Wohnsitz.

So war kürzlich gegen einen Algerier, der in der Kasseler Unterkunft Heinrich-Steul-Schule untergebracht war, U-Haft wegen des Verdachts des Diebstahls mehrerer Handys angeordnet worden.

In der Jugendvollzugsanstalt Wiesbaden hatte es große Probleme gegeben, weil dort zu viele Flüchtlinge in U-Haft sitzen. Darum wurden vor kurzem 18 Insassen – vorwiegend Nordafrikaner – auf andere hessische Gefängnisse verteilt. Zwei davon kamen nach Kassel.

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