Vorsicht vor gefährlichen Erregern

Zeckenplage droht nach mildem Winter: So entfernt man sie richtig

Direkt am Kopf fassen: Zum Entfernen einer Zecke benutzt man am besten eine spitze Pinzette. Keinesfalls darf dabei der Körper der Zecke gequetscht werden.

Das herrliche Frühlingswetter lockt die Menschen in die Natur und in die Gärten. Doch hier ist Vorsicht geboten. Denn nach dem milden Winter scheint es in diesem Jahr besonders viele Zecken zu geben.

Zecken sind nicht nur lästig, sie können auch gefährliche Krankheiten übertragen. In unseren Breiten vor allem die Lyme-Borreliose.

Jede dritte bis fünfte Zecke trage Borrelien-Bakterien in sich, sagt die Vorsitzende der Borreliose Selbsthilfegruppe Kassel, Brigitte Ringeler-Leipholz. Die Spinnentiere lauern nicht nur im Wald und auf Wiesen: „Der eigene Garten ist der Hauptinfektionsherd“, sagt sie.

Nach jedem Aufenthalt in der Natur sollte man den Körper deshalb gründlich nach Zecken absuchen, die gerne an weichen und warmen Körperstellen zustechen. Gerade bei Kindern seien Zecken häufig auch am Kopf, hinter den Ohren, am Hals und in den Achselhöhlen zu finden, erläutert die Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel, Dr. Karin Müller.

Wenn die Zecken früh entfernt werden, sei die Gefahr gering, dass Erreger in den Blutkreislauf des Menschen gelangen. Bei Borrelien dauert dies ungefähr zwölf Stunden. Sollte einige Tage bis etwa vier Wochen nach dem Zeckenstich um die Einstichstelle herum eine Hautrötung auftreten, die sich ringförmig ausbreitet, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Auch grippeähnliche Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sind mögliche Symptome einer Borreliose. Wobei die Betroffenen den Zeckenbiss in vielen Fällen gar nicht bemerkt haben.

Je früher die Erkrankung erkannt und mit Antibiotika behandelt wird, umso seltener sind schwere Verlaufsformen. Eine Impfung gegen Lyme-Borreliose gibt es nicht.

Unter anderem in Urlaubsgebieten in Bayern und Österreich können Zecken auch die durch Viren verursachte Frühsommermeningitis (FSME) übertragen. Aber auch aus Südhessen, dem Raum Marburg-Biedenkopf, und dem Schwalm-Eder-Kreis wurden bereits FSME-Fälle gemeldet.

Prof. Dr. Martin Konermann, Ärztlicher Direktor am Marienkrankenhaus Kassel, hat im vergangenen Jahr einen betroffenen Patienten behandelt, der sich glücklicherweise wieder von der Infektion erholt habe. So könnten beispielsweise neurologische Schäden wie Gefühlsstörungen oder Lähmungen die Folge der Erkrankung sein, die in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen könne.

Während man sich vor Zecken nur unzureichend durch Kleidung und Abwehrmittel schützen kann, gibt es gegen FSME eine Impfung. Diese wird beispielsweise bei Reisen in FSME-Risikogebiete oder auch für Forstarbeiter empfohlen. Bei Kindern, insbesondere unter drei Jahren, sollte man die Impfentscheidung mit dem Kinderarzt abwägen, rät Amtsärztin Müller.

www.gesundheitsamt-kassel.de

www.borreliose.de

So entfernt man Zecken richtig

Es ist wichtig, Zecken so früh wie möglich zu entfernen. Sollte das Spinnentier bereits zugestochen haben, sollte es langsam, aber konsequent herausgezogen werden. Keinesfalls darf der Körper der Zecke dabei gequetscht werden, da so erregerhaltige Flüssigkeit in die Wunde gedrückt wird. Auch dürfen die Zecken keinesfalls mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden.

Die Zecke sollte am Kopf am besten mit einer feinen Splitterpinzette gefasst und herausgezogen werden. Danach sollte die betroffene Stelle desinfiziert werden. Um zu erkennen, ob es zu einer Infektion gekommen ist, sollte die Stelle auf der Haut mit einem kleinen Kreis markiert und das Da notiert werden.

Wenn sich nach einem Zeckenstich eine ringförmige Rötung (Wanderröte) zeigt, ist dies ein eindeutiges Zeichen für eine bakterielle Borrelien-Infektion, die zeitnah mit einer Antibiotika-Therapie behandelt werden sollte.

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