Zeuge in Asien verschollen - Betrugsverfahren gegen Vellmarer geht weiter

Kassel. Auch nach zehn Jahren ist im Verfahren gegen einen heute 56 Jahre alten Mann aus Vellmar kein Ende in Sicht.

Eigentlich wollte das Amtsgericht am Montag zu einem Urteil kommen und damit den Versuch des Betruges in Sachen Kindesunterhalt klären, doch daraus wurde erneut nichts.

Die Anklage wirft dem Vellmarer vor, sich durch falsche Angaben zu seinen Einkommensverhältnissen im Jahr 2006 vor Unterhaltszahlungen für sein Kind drücken zu wollen.

Der Mann hatte angegeben, in diesem Jahr nur 56.000 Euro verdient zu haben. Tatsächlich, so wurde es durch die Gerichte in zwei früheren Verfahren ermittelt, hatte er aber inklusive einer Abfindungszahlung über 400.000 Euro erhalten.

Im Dezember 2013 war der 56-Jährige per Strafbefehl zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten verurteilt worden. Dagegen hatte er Berufung eingelegt.

Auch zur gestrigen Verhandlung war der Angeklagte ohne Rechtsbeistand erschienen. Das Verfahren kam allerdings auch gestern nicht so recht von der Stelle, weil ein Zeuge irgendwo in Asien verschollen ist. Das Gericht konnte nur klären, dass sich der Zeuge mal in Kuala Lumpur (Malaysia), mal in Bangkok (Thailand) aufhielt. Wo er sich aber aktuell befindet, will Richterin Sabrina Müller-Krohe jetzt über die Einträge in seinem Reisepass herausfinden.

Zunächst sind zwei weitere Verhandlungstage angesetzt. Möglicherweise wird sich das Verfahren, in dem es um einen Streitwert von 31.000 Euro geht, aber noch länger hinziehen.

Rubriklistenbild: © dpa

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