An Ständen von Willi Rudolph wurde mit 50-Euro-Blüten gezahlt

Falschgeld auf dem Zissel entdeckt

An seinen Ständen wurde mit Falschgeld bezahlt: Der Schausteller Willi Rudolph will sich Stifte anschaffen, mit denen er Scheine überprüfen kann.

Kassel. Als der Schausteller Willi Rudolph am Montag seine Einnahmen vom Zissel zu einer Filiale der Kasseler Sparkasse im Landkreis brachte, staunte er nicht schlecht.

Die Mitarbeiter des Kreditinstituts teilten ihm mit, dass sich unter den 50-Euro-Scheinen auch drei Blüten befunden haben. „Das Falschgeld haben die sofort eingezogen“, sagt Rudolph, der Stände an der Drahtbrücke und an der Spitzhacke hatte.

Für die Wehlheider Kirmes, die ab Freitag, 12. August, gefeiert wird, will er nun Stifte kaufen, mit denen sich Falschgeld erkennen lässt. Allerdings weiß Rudolph auch, dass man bei einem Volksfest, bei dem sich die Menschen an den Ständen drängeln, nicht jeden Geldschein überprüfen kann. „Das ist bei Hochbetrieb sehr schwierig“, sagt Rudolph.

Er habe die falschen Fünfziger umgehend bei Kassel Marketing, Ausrichter der Zisselmeile, gemeldet. Nach Angaben von Birgit Kuchenreiter, Sprecherin von Kassel Marketing, sind bislang aber keine weiteren Fälle von Falschgeld auf dem Zissel bekannt geworden.

In der jüngsten Zeit seien in Kassel vereinzelt falsche 50-Euro-Scheine aufgetaucht, bestätigt Polizeisprecher Jürgen Wolf. Erst am vergangenen Samstag war es zu einem Zwischenfall in einem Café am Ständeplatz gekommen.

Schlechte Fälschung

Dort wollte ein Mann eine geringe Summe mit einem 50-Euro-Schein begleichen, so Wolf. Die Fälschung sei aber so schlecht gewesen, dass die Bedienung den Schein sehr kritisch betrachtet habe. Daraufhin habe der Mann der Bedienung den Schein wieder entrissen und sei weggelaufen. Nach Angaben der Zeugen soll der Mann, der offenbar mit einer Blüte zahlen wollte, 28 bis 30 Jahre alt, schlank und etwa 1,85 Meter groß sein. Er trug eine Brille und hatte ein „südländisches Erscheinungsbild“.

Bereits im Juli waren in Kassel falsche Fünfziger in Umlauf gebracht worden. Mit vier falschen Scheinen wurde beim Public Viewing auf dem Königsplatz beim Spiel Deutschland gegen Italien am Samstag, 2. Juli, bezahlt. Sieben weitere Scheine tauchten in der Nacht zum Sonntag, 17. Juli, in der Disco New York an der Rathauskreuzung auf.

Zudem nahmen Beamte des Betrugskommissariats im Frühjahr einen 15-Jährigen aus Kassel vorübergehend fest, der im dringenden Tatverdacht steht, falsche 50-Euro-Scheine im sogenannten Darknet (verstecktes Internet, das auch von Kriminellen genutzt wird) bestellt zu haben.

Der Jugendliche räumte schließlich ein, dass er insgesamt zehn 50-Euro-Banknoten für 200 Euro gekauft habe.

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