Mit Spannung erwartet

SMA ist zurück, K+S schwächelt: Heute werden Halbjahreszahlen vorgelegt

Kassel. An diesem Donnerstag legen die beiden börsennotierten Unternehmen mit Sitz in Kassel beziehungsweise Niestetal, der Kali- und Salzproduzent K+S sowie der Solartechnik-Hersteller SMA, ihre mit Spannung erwarteten Halbjahreszahlen vor.

Das TecDax-Unternehmen SMA  hat nach zwei Verlustjahren in Folge sowie einem weitreichenden Konzernumbau, dem 1200 Vollzeitstellen allein im Inland zum Opfer fielen, bereits im vergangenen Jahr unerwartet schnell den Rückkehr in die Gewinnzone geschafft und im ersten Quartal unterm Strich 18,8 Millionen Euro verdient. Im ersten Halbjahr 2015 hattet SMA bei einem Umsatz von 429,3 Mio. Euro einen Verlust von 21,4 Mio. Euro erlitten.

Zweifel an Prognose

Wir berichten am heutigen Donnerstag ab 7.15 Uhr auf www.kassel-live.de aktuell von beiden Halbjahreszahlen.

Für das Gesamtjahr wurde ein Umsatz von 950 Mio. bis 1,05 Milliarden Euro sowie ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 60 bis 80 Mio Euro prognostiziert. Einige Analysten zweifeln aber mittlerweile daran, dass diese Vorhersage eintritt. Denn die Aussichten im derzeit weltweit wichtigsten Solarmarkt USA haben sich verdüstert. Dort hat sich das Tempo bei der Neuinstallation von Solaranlagen verlangsamt, was dem SMA-Kurs in den vergangenen Tagen kräftig zugesetzt hat. Allein am Mittwoch rutschten die Titel um gut acht Prozent auf 37,80 Euro ab. 50 Prozent des Umsatzes erzielt SMA derzeit in den USA

Beim MDax-Konzern K+S  ist die Lage weit schwieriger. Denn in den ersten sechs Monaten dürfte sich das Ebit auf etwa 230 Mio. Euro mehr als halbiert haben. Wie berichtet, sank das Ebit im ersten Quartal auf nur noch gut zehn Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum stand hier noch ein Plus von gut 179 Mio. Euro.

Grund für den Gewinneinbruch sind nicht nur die stark gesunkenen Weltmarktpreise für Kaliumchlorid, sondern auch die massiven Produktionsdrosselungen im Werra-Revier im hessisch-thüringischen Grenzgebiet infolge der vom Regierungspräsidium drastisch gekappten Mengen zur Versenkung von Salzabwasser in den Untergrund.

Auch der Umsatz dürfte gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 (2,3 Mrd. Euro) erheblich gesunken sein. In der bisherigen Ergebnisprognose für das Gesamtjahr spricht Vorstandschef Norbert Steiner vage von einem „deutlichen Ergebnisrückgang“ gegenüber 2015. Am Donnerstag wird er erstmals eine Spanne mit konkreten Zahlen nennen. Im vergangenen Jahr betrug das Ebit 781,6 Mio. Euro, woraus ein Reingewinn von 542,3 Mio Euro resultierte.

Immerhin: Der Preisverfall bei Kali scheint gestoppt: Die nordamerikanische Konkurrenz hat mit Indien unlängst einen Tonnenpreis von 227 US-Dollar ausgehandelt – das sind 204 Euro. Viele Marktkenner hatten einen Preis unter 200 Euro befürchtet.

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