Großer Zulauf: Erste-Hilfe-Kurse für Hunde beim ASB

Auch beim Erste-Hilfe-Kurs treuer Begleiter: Ingrid Battefeld mit Yorkshire-Terrier „Strolch“.

Kassel. So ganz auf dem Damm ist Strolch noch nicht. Der  Yorkshire-Terrier leidet noch an den Folgen einer Beißerei mit einem größeren Artgenossen. „Nur eine Schramme, ist noch mal gutgegangen“, dachte sein Frauchen Ingrid Battefeld zunächst.

„Doch dann hat Strolch nur noch absolut apathisch dagelegen. Da bin ich nachdenklich geworden“, erzählt die Niestetalerin. Beim genaueren Hinsehen stellte sie fest, dass das kleine Fellbündel einen Kieferbruch bei der Keilerei erlitten hatte.

Bei der nächsten Beißerei oder einem Unfall ihres Yorkshire-Terriers will Battefeld besser vorbereitet sein. Deswegen lässt sich die Niestetalerin von Sascha Mardorf, Rettungssanitäter und Ausbildungsleiter beim Arbeiter-Samariter-Bund Nordhessen in Kassel - selbst ein großer Hundefreund - erklären, wie man seinem vierbeinigen Liebling im Ernstfall helfen kann. Und Battefeld steht nicht allein: Rund 20 besorgte Herrchen und Frauchen nehmen an dem vierstündigen Kurs teil.

Und viele von ihnen wissen zu erzählen, welchen Verletzungsgefahren Vierbeiner ausgesetzt sind: Sie können an einem spielerisch zugeworfenen Tennisball ersticken, scharfe Glasscherben können sich in ihre Pfoten bohren, sie vergiften sich an gierig verschlungenen Ratten-Ködern, erleiden beim Gassi-Gehen Bisse von aggressiven Artgenossen oder geraten in Lebensgefahr, weil sie sich einfach nur furchtbar erschreckt haben. Ihr Terrier habe sich einmal nach einer Keilerei mit einem anderen Hund vor Aufregung am eigenen Speichel so verschluckt, dass er drohte zu ersticken, erzählt Sabine Trube-Döring aus Baunatal. Ein paar beherzte Schläge auf die Schulter von „Old Jack“, dieses streitbaren Terriers, lösten das Problem zum Glück.

Weil es nicht immer so glimpflich abläuft, sollten Hundebesitzer mit Grundkenntnissen in erster Hilfe und einem Verbandspaket gerüstet sein, vor allem wenn Herrchen und Frauchen in Feld und Flur unterwegs sind, empfiehlt Mardorf. „Sehen wir es realistisch, der Tierarzt fährt dann nicht raus“. Den Rettungsdienst könne man auch nicht anrufen, den gebe es für Hunde nur in einigen Großstädten. Also muss der Hundebesitzer sich selbst helfen: Mardorf zeigt den Teilnehmern, wie man seinen Vierbeiner nach einem lebensbedrohlichen Schock mit Herzstillstand wiederbelebt. Dazu gehört Geschick, weil man dabei Luft nur ganz dosiert durch die Nase des Hundes blasen darf. Mardorf blickt hinüber zu Strolch und sagt: „Für den Yorkshire-Terrier reichen zwei Schnapsgläser Luft“. Ekeln müsse man sich vor der Prozedur nicht. Bei fremden Menschen wisse man nicht, welche Erreger er in sich trage. „Beim Hund sind das höchstens ein paar Würmer, das war es dann“, meint er.

Hier: Info zu Kursen und Kontakt

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