Auch Frauen aus Landkreis kommen zum Mammographie-Screening in die Stadt

Zweiten Standort zur Brustkrebsfrüherkennung in Kassel eröffnet

Neue Praxisräume in der Friedrich-Ebert-Straße 52: Die Mitarbeiterinnen Edita Basha (links) und Nicole Isken zeigen das neue digitale und mit einer geringen Strahlendosis arbeitende Röntgengerät. Foto:  Koch

Kassel. Seit dieser Woche gibt es in Kassel einen zweiten Standort zur Brustkrebsfrüherkennung. Neben der Praxis in der Garde-du-Corps-Straße 7 hat das Mammographie Screening Hessen Nord eine zweite Praxis in der Friedrich-Ebert-Straße 52 eröffnet.

Grund für die Ausweitung sei die steigende Zahl der Teilnehmerinnen durch geburtenstarke Jahrgänge, aber auch eine gute Teilnahme an dem Vorsorgeprogramm.

Bisher waren im Screening-Zentrum Kassel Mitte nur Frauen aus Kassel untersucht worden. Nun werden auch Frauen aus den umliegenden und gut an Kassel angebundenen Städten und Gemeinden wie Baunatal, Schauenburg, Fuldabrück, Zierenberg, Habichtswald, Espenau, Immenhausen, Calden, Lohfelden, Ahnatal, Kaufungen, Nieste, Niestetal und Helsa in die beiden Screening-Praxen eingeladen.

„Die beiden Mammographie-Mobile haben nicht mehr ausgereicht“, erläutert Dr. Claudia Schröder vom Mammographie-Screening Hessen Nord: „Um allen Frauen innerhalb von 22 bis 26 Monaten einen Termin zur Früherkennung anbieten zu können, haben wir einen weiteren Standort in Kassel eröffnet.“ Für die neue Praxis seien vier weitere Mitarbeiterinnen eingestellt worden. Mit dem Standort in Bad Hersfeld seien es nun 20 Mitarbeiterinnen.

Die fahrbaren Untersuchungspraxen (Mammobile) sollen künftig mehr Termine in den weiter entfernten Gebieten anbieten. Dafür entfallen ab diesem Jahr einige Standorte, die von den Mobilen bisher angesteuert wurden. Für Frauen im Landkreis bedeute dies freilich auch, dass sie künftig weitere Wege zur Brustfrüherkennungsuntersuchung auf sich nehmen müssen.

Die Mammographie-Reihenuntersuchung wird in Kassel seit 2007 angeboten. Dazu eingeladen werden Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren. Zu Beginn des Screenings konnten 117 665 Frauen in der Region die Vorsorgeuntersuchung in Anspruch nehmen. Derzeit sind es insgesamt 143.353 Frauen.

Ziel des Brustkrebs-Screenings ist es, durch frühzeitige Diagnose eventuell noch nicht tastbare Veränderungen in der Brust zu erkennen, eine schonendere und erfolgreiche Therapie zu ermöglichen und die Sterblichkeit an Brustkrebs zu senken, erläutert Dr. Hans-Ulrich Lawerenz, einer der programmverantwortlichen Ärzte.

Dafür stehe neben modernen Mammographie-Röntgengeräten seit Kurzem eine zusätzliche Abklärungsmethode zur Verfügung, erläutert Schröder. Die Tomosynthese ist ein neues Verfahren der digitalen Mammographie, das feine Schichtaufnahmen liefert.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 65 000 Frauen daran. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 64 Jahren.

Hintergrund: Brustkrebs bei 6 von 1000 Frauen

Im Alter zwischen 50 und 69 Jahren werden Frauen alle zwei Jahre zu Brustkrebsfrüherkennungsuntersuchungen eingeladen. Pro Runde, also innerhalb von zwei Jahren, sind dies in der Region Hessen Nord etwa 25.700 Frauen.

Bei den Frauen, die zum ersten Mal eine Einladung zum Screening erhalten, liege die Teilnahmerate bei 57,2 Prozent , erläutert Dr. Claudia Schröder vom Mammographie Screening Hessen Nord. Den Einladungen zu den Folgeuntersuchungen folgen indes 91,2 Prozent.

In 3,6 Prozent der Fälle würden Frauen zur Abklärung zu einer weiteren Untersuchung eingeladen. Bei sechs von 1000 untersuchten Frauen bestätigte sich der Brustkrebsverdacht.

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