Abgefahren wie eine Nacktbar: Das Große Hoffest im Kasseler A.R.M.

Volles Haus: Die Besucher des wie immer sehr stimmungsvollen Hoffestes des A.R.M. erlebten unter anderem den Auftritt der Kasseler Band Mykket Morton mit Sänger Claudio Hohmann (ganz rechts). Fotos: Fischer

Speis, Trank und viel Kunst - mit diesem Mix lockt das Hoffest jeden September die Fans auf das Gelände des Kasseler Clubs A.R.M. Diesmal waren sogar sexy Feministen dabei.

Kassel. Irgendwann steht Samantha Fuchs im roten BH da. Sexy und laut präsentiert sich die Band The Feminists beim großen, zweitägigen Hoffest des Kasseler Clubs A.R.M. Der abgefahrene Klangkörper aus Berlin dreht die Gitarrenrockgeschichte durch den Fleischwolf. Heiße Rockerbräute? Nicht wirklich. Denn Sängerin Samantha und ihre Kolleginnen sind Mannsbilder im Fummel. Sie spielen mit gängigen Gender-Klischees nach dem Motto: Wir mögen zwar keine Ladies sein, aber wir sind Feministen.

Die krachende Grenzüberschreitung ereignet sich in der Nacht von Freitag auf Samstag im Raum Tingeltangel. Zuvor ist dort weniger dezibelstarker Folk angesagt. Sam Dale, ein in Berlin lebender Engländer, lässt mit Stimme, Mundharmonika und Klampfe seinen von der Straßenmusik erprobten Charme spielen - inbegriffen launige Kenntnisse der deutschen Sprache wie im Refrain: „In the Nacktbar, ich hab‘ dein‘ Schwanz gesehen, in the Nacktbar, und das war richtig schön.“

Schon diese Beispiele zeigen, dass es dem Hoffest nicht an schrägem Humor und musikalischer Vielfalt mangelte. Sehr gut besucht war das Fest überdies an seinem ersten Tag. Zu später Stunde bildete sich eine Schlange vor dem Eingang, und die ganze Zeit über gab’s in den prächtig gefüllten Außenbereichen genau das, was im Flyer ankündigt war: „Lauschiges Abhängen und geselliges Menscheln.“

A.R.M. Hoffest mit Mykket Morton aus Kassel

Es gab Speis, Trank - und Kunst: In Raum 4 war zu spacigen Klängen Philipp Merkelbachs Installation zu sehen: schwebende Ballons, mit Goldfolie umhüllt. Auch diverse DJs zeigten ihre Künste, eindrucksvoll ist das weitläufige Gelände ohnehin. Im sakral anmutenden Ambiente der Großen Weinkirche konnte man eine spielerische Teilzeithochzeit feiern.

Am frühen Freitagabend fokussierte sich die Live-Musik auf den Bereich unter dem Carport. Kasseler Bands sorgten für Stimmung. Nachdem Noriega Mind das Hoffest eröffnet hatten, spielten Mykket Morton als „Surprise Act“, ehe es bei Sick Teeth ziemlich wild wurde. Das war wohl besser als jede Nacktbar.

Von Georg Pepl

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